Die Teufel werden betrogen

From Pasakas un teikas
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Comments: Der erste Teil dieser Varianten ähnelt einer Sage aus der vorhergeh. Abteilung, in der der Teufel einen Menschen in ein fremdes Vorratshaus lockt. P. Š.


Zwei Jungen mochten gar zu gern grobes Weizenbrot essen. Gelegentlich unterhielten sie sich auf dem Hof über ihr Lieblingsgebäck. Da sagte der Eine:

"Hör mal, heute Abend könnten wir beide auf dem Nachbarhof grobes Weizenbrot stehlen. Es liegt im Vorratshaus, das weiß ich. Es wird früh dunkel — wer wird uns da sehen?"

"Geh nur, geh, ich mache da nicht mit," antwortete der andere Junge.

"Wenn einer mit mir käme, ginge ich sofort, aber ganz allein mag ich auch nicht gehen!"

Kaum hatte der Junge diese Worte ausgesprochen, da war auch schon der Teufel zur Stelle und sprach: "Hör mal, wie ich merke bist du ein flinker Bursche! Komm nur, ich gehe mit dir, Brot zu stehlen." Der Junge ging mit dem Teufel. Kaum war es dunkel geworden, da hob der Teufel die eine Ecke des Vorratshauses an und ließ den Jungen hineinschlüpfen, indem er höhnte: "Iss jetzt von deinem Grobweizenbrot soviel es dir nur behagt." Mit diesen Worten senkte der Teufel die Ecke wieder und verschwand.

Der Junge war jetzt im Speicher gefangen. Was nun? Vor Angst hatte er alle Freude am Grobweizenbrot verloren. Er kroch in einen Haufen Werg und versteckte sich dort so gut er konnte. Am nächsten Morgen kamen der Bauer und die Bäuerin in das Vorratshaus, um Grobweizenbrot zu holen. Bei dieser Gelegenheit erzählte der Bauer seiner Frau, was er in der letzten Nacht geträumt hatte. "Weißt du was, Frauchen," fing er an, "heute Nacht habe ich geträumt, dass der Teufel in der nächsten Nacht sein Pferd zwei Dieben geben will, damit sie alle unsere Bienenkörbe entführen. Was meinst du: wollen wir heute alle Bienenkörbe, in denen Bienen und Honig sind, hier ins Haus tragen und verstecken? Die leeren Bienenkörbe könnten wir dann im Garten stehen lassen. Wir wollen auch die Brettchen mit den Fluglöchern an die leeren Bienenstöcke anbringen, damit sie wie volle aussehen. So könnten wir die Diebe täuschen."

"Ja, so wollen wir es machen," rief die Frau und machte sich schnell mit ihrem Mann ans Werk. Die Tür des Speichers ließen sie unverschlossen.

Da kroch der Junge gleich aus seinem Versteck hervor, öffnete ein wenig die Tür und überzeugte sich, ob niemand ihn sah. Aber wer sollte ihn schon sehen? Alle Hausbewohner waren ja im Bienengarten. Da sprang er hurtig aus dem Vorratshaus und versteckte sich in der Spreu, denn bei Tage wagte er nicht heimzugehen; man könnte ihn gar zu leicht erwischen. Bald hatte man die vollen Körbe versteckt und die leeren — wie verabredet — im Garten zurückgelassen. Aber der Junge im Spreuhaufen überlegte:

"Warte, du, Satan, du hast mich betrogen, so wird es auch keine Sünde sein, dich zu betrügen." Und was hatte er sich ausgedacht? — Nach dem Einbruch der Dämmerung schlich er in den Bienengarten, zwängte sich in einen der leeren Bienenkörbe, schob von innen das Brettchen mit den Fluglöchern vor und wartete auf die Diebe.

Bald waren die vom Teufel gedungenen Diebe zur Stelle. Sie sprachen: "Wir wollen die Bienenkörbe erst schütteln: summt es, so ist der Bienenkorb voll, den wollen wir dann nehmen." Sie schüttelten, einen, sie schüttelten einen anderen — in keinem summte es. Schließlich kamen sie auch zu dem, in dem der Junge saß, und schlugen an ihn. "Urrr! urr!," ertönte es aus dem Bienenkorb. "Der ist gut, den nehmen wir!" sagten die Diebe und hoben ihn in den Wagen. Unterwegs brummte der Junge wieder: "Urrr:! urrr!" Da sagten die Diebe zu einander:

"Hör nur, was für starke Bienen der hat, die grunzen ja wie Ferkel!»

Als der Junge das hörte, stieß er plötzlich mit der Stirn das eine Brett fort und rief: "Was für Ferkel! Bienen wollt ihr Ferkel schimpfen? Das wollen wir doch gleich sehen! Wo ist denn nur meine Schachtel mit den Stacheln?"

Als die Diebe eine so große Biene mit einem Menschenkopf erblickten, erschraken sie und nahmen Reißaus. Sie glaubten, das sei der Bienenälteste gewesen.

Aber der Junge fuhr Hohn lachend mit dem Pferd des Teufels auf den Hof des Nachbarn und erzählte ihm, was er getan hatte. Damit der Nachbar ihm nicht zürne, dass er aus seinem Vorratshaus Weizenbrot hatte stehlen wollen, gab er ihm das Pferd für das eine Brot.

Der Nachbar bedankte sich für das Pferd und nahm den Jungen an Sohnes statt zu sich. Jetzt fehlte es ihm nie mehr an Grobweizenbrot, und stehlen ging er zeitlebens nicht mehr, da er fürchtete, ein andermal in die Krallen des Teufels zu geraten.

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