Die Teufel werden betrogen

From Pasakas un teikas
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Comments: Diese Sage ist von einem Märchen nicht zu unterscheiden. XI, Nr. 50. P. Š.


Einmal hatte der Teufel Menschengestalt angenommen und bot sich einem Mann als Knecht an: er wolle dem Bauer fünf Jahre ohne Lohn dienen. Sollte der Bauer ihm aber in den fünf Jahre: kein einziges Mal eine Arbeit aufgeben können, die er nicht bewältigen könne, dann müsse der Bauer sein Knecht werden. Der Bauer, der nicht ahnte, wer sein Knecht in Wirklichkeit war, stimmte zu, denn er dachte, es werde nicht so schwer sein, eine Arbeit zu finden, die der junge Knecht nicht ausführen könnte. Ein Jahr verging, und während dieses Jahres hatte es keine einzige Arbeit gegeben, die der Knecht nicht hätte verrichten können. Er war bewundernswert gewandt bei der Arbeit. Dinge, die sonst zehn Männer nicht bewältigen konnten, erledigte er mit Leichtigkeit ganz allein. Der Teufel glaubte bereits, den Bauern in seine Klauen zu bekommen. Der Bauer aber zitterte wie ein Espenblatt bei dem Gedanken, dass er der Knecht seines Knechtes werden müsste.

Der Teufel dagegen freute sich wie ein Kind auf eine Brezel auf den Augenblick, wo der Bauer ihm gehören werde. Froh begab: er sich zu dem Bauer (um eine neue Arbeit zu erbitten). Der Bauer bewahrte die Ruhe, riss sich ein Barthaar aus und sagte zu seinem Knecht: "Nimm dieses Haar, wenn du es glatt strecken kannst, dann bin ich dein!" Der Teufel ergriff das Haar und begann es zu strecken und zu glätten, aber je mehr er es strich und glättete, umso krauser wurde es. Als der Teufel merkte, dass er es nicht schaffen konnte, begann er so zu strampeln und zu toben, dass die Berge erzitterten, die Erde platzte und der Teufel selbst in der Erdspalte fiel. Von dem Tag an hat sich der Teufel nicht mehr auf der Erde sehen lassen.

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