Die Teufel werden geschlagen

From Pasakas un teikas
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Comments: Diese Sage ähnelt sehr einem Märchen. Vgl. Nr. 43 im Band XI. P. Š.


In alter Zeit, als man noch mit den Dreschflegeln gedroschen hat, pflegte ein Drache — der Himmel allein weiß, woher er kam — in die Korndarren des Susēji-Gutshofes zu kommen. Der Darrofenheizer hatte schon immer erzählt, dass jede Nacht ein Jungherr in die Korndarre komme. Er wärme sich eine Weile vor dem Darrofen, schütte sich dann zwölf Schweinsklauen Korn in die Taschen und verschwinde dann wieder.

Aber eines Nachts regnete es sehr, und es war so dunkel, dass man seinen eigenen Finger nicht sah, wenn man ihn ganz dicht vor die Augen hielt. In dieser Nacht hört der Darrofenheizer, dass jemand an die Tür klopft. Er fragt: "Wer ist da?"

Der Bärenbändiger! Man möchte ihn doch hereinlassen, er sei völlig durchgeregnet.

"Ja, ja!," antwortete der Darrofenheizer, "komm nur herein, Alter, gegen Mitternacht kommt hier der böse Geist an. Dass er nun nicht deinen Bären umbringt, wenn beide zu kämpfen anfangen sollten!"

Nein, nein, da brauche er keine Angst zu haben, sein Miška (sein Bär) habe ordentliche Pranken.

Und so betrat der Bärenbändiger die Korndarre. Seinen Miška ließ er vor dem warmen Ofen, sich selbst streckte er sich auf dem Stroh neben dem Darrofenheizer aus uns schlief bald ein. Der Darrofenheizer konnte jedoch gar nicht einschlafen, er wusste selbst nicht — warum.

Gegen Mitternacht hört er: jemand schreitet in Stiefeln über die Tenne und kommt immer näher. Ein Jungherr in kupfernen Stiefeln und im bleiernen Rock kommt herein. Er schaut zum Bären hin, klettert in die Ofengrube, holt Kartoffeln aus den Taschen und beginnt sie zu braten. Der Bär brummt ein wenig, weiter nichts. Der Jungherr dreht und wendet die Kartoffeln und holt sie dann aus der heißen Asche: die Weichen stellt er auf den Grubenrand, indem er sagt: "Die sind für mich!"

Die noch harten stellt er etwas weiter weg und sagt: "Die sind für Juris!" (mit Juris bezeichnete der Jungherr den Bären).

Aber Juris begriff nicht, was mein oder dein war: während der Jungherr noch mit dem Braten beschäftigt war, fraß er seelenruhig alle Kartoffeln auf, sowohl die weichen als auch die harten. Und als der Teufel die letzte Kartoffel aus der glühenden Asche holte, hatte der Bär gerade die letzte aufgefressen.

Da bemerkte der Jungherr — alle Kartoffeln sind aufgefressen. Gleich stürzt er sich auf Juris. Juris brummte nur kurz auf und packte den Jungherrn um die Mitte. Sie begannen zu ringen, die Knochen krachten. Schließlich wurde Juris der Sieger: er hatte dem Jungherrn den Rücken gebrochen, hatte ihm den bleiernen Rock vom Leibe gerissen und hätte ihn auch ganz erschlagen, wenn er noch nicht rechtzeitig entkommen wäre. Als er den Jungherrn nicht mehr erwischen konnte, zermalmte er dessen bleiernen Rock und legte sich dann schlafen. Das wäre nun das.

In der nächsten Nacht dachte der Darrofenheizer: "Jetzt werde ich Ruhe haben!" Aber weit gefehlt: um die gewöhnliche Zeit wurde ans Fensterchen geklopft. Der Darrofenheizer sprang auf: "Wer ist da?"

Da fragte der Teufel: "Ist Juris zu Hause?" "Ja, ja, er ist zu Hause! Und er hat sieben Junge bekommen!"

Als der Teufel das hörte, nahm er Reißaus, denn er dachte: "Wenn er gestern ganz allein mich so zugerichtet hat, was soll denn jetzt geschehen, wo sie acht sind!"

Und von da ab ist der Drache nie mehr in die Korndarren gekommen, um mit der Schweinsklaue Getreide in seine Taschen zu schütten.

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