Die Teufel werden geschlagen

From Pasakas un teikas
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Eine Mutter hatte einen nichtsnutzigen Sohn, dem es in seiner Heimat nicht mehr gefiel, so dass er in der Fremde sein Glück suchen gegangen war. Zum Unglück geriet er aber in ein Land, wo folgender Brauch herrschte: wer sein 30.Jahr erreicht hatte, ohne geheiratet zu haben — einerlei ob Bursche oder Mädchen — den legte man in einen Sarg und führte ihn auf den Kirchhof. Den Sarg vergrub man nicht, sondern man lehnte ihn aufrecht an einen Baum oder Stein und ging dann fort mit den Worten: "Möge dich Gott behüten oder der Teufel holen!" Nach acht Tagen kam man, nach ihm zu sehen. Wenn er noch am Leben war, so führte man ihn nach Hause, indem man sagte: "Gottes Gnade hat ihn beschützt." Fand man ihn tot, so sagte man: "Der Teufel hat ihn geholt!" und solch einen Unglücklichen begrub man unter Flüchen.

Dieser Taugenichts war auch nicht verheiratet; sobald er sich daher in jenes Land verirrte, ergriff man ihn, sperrte ihn in einen Sarg und führte ihn auf den Kirchhof. Um Mitternacht lief ein Teufel an seinem Sarge entlang und fuhr mit den Zähnen über den Sargdeckel, so dass die Splitter flogen. Nach einer halben Stunde wiederholte sich das. Als der Sarg schon fast durchbrochen war, merkte der unglückliche Bursche, dass er sein Rasiermesser in der Tasche hatte. Und als der Teufel zum dritten Mal zur zurückkehrte, hielt er das Messer bereit. Diesmal aber rannte der Teufel nicht wie unsinnig an Sarge entlang, sondern trat leise heran und steckte seine Zunge durch den aus dem Sarge gerissenen Spalt hinein.

Sobald der Teufel seine Zunge zur Hälfte hineingesteckt hatte, packte der Bursche sie mit der Hand und schnitt sie mit dem Rasiermesser ab. Der Teufel rannte in seinen Schmerz davon und lies sich in den drei Tagen nicht mehr am Sarge blicken. Am vierten Tage kamen die Leute, nach den Burschen zu sehen und fanden, dass er am Leben geblieben war und noch dazu den Teufel die Zunge abgeschnitten hatte. Da priesen sie ihn und erhoben ihn zum Beherrscher ihres Landes.

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