Die Teufel werden geschlagen

From Pasakas un teikas
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Früher war es Brauch, dass man das Kind vor der Taufe in der Badestube waschen musste. Die Kinder einer Bäuerin begannen kurz nach dem Waschen zu niesen und starben bald darauf. Auf diese Weise waren ihr schon drei Kinder gestorben. Als das vierte Kind getauft werden sollte, machte die Bäuerin schweren Herzens Feuer im Badestubenofen an. An demselben Abend begegnete der Knecht, der von der Arbeit kam, einem feinen Jungherrn. Er fragte den Jungherrn, warum er es denn so eilig habe. Da sagte der Jungherr, er müsse das Leben des Kindes holen, das die Bäuerin heute Abend in der Badestube waschen werde. Der Knecht fragte, wie denn das zu machen sei. Da sagte der Teufel, er werde mit einem Grashalm dem Kind so lange die Nasenlöcher kitzeln, bis es niesen werde. Wenn dann niemand da sei, der "Gott helfe!" sagt und "Danke!" antwortet, dann gehöre das Kind ihm. Wenn jemand da wäre der "Gott helfe" sagen würde, dann könnte, er, der Teufel, nichts mehr machen. Als nun der Knecht nach Hause gekommen war, bat er die Bäuerin, ihn auch mit zur Badestube zu nehmen. Gut. Beide gingen hin. Der Teufel lag schon unter der Schwitzbank. Als das Kind gebadet worden war, begann er es mit dem Grashalm zu kitzeln. Das Kind nieste, da sagte der Knecht sogleich: "Gott helfe!" und "Danke schön!" Das wiederholte sich mehrere Male. Da rief der Teufel zornig aus: "Ich hatte dir doch gesagt, dass das Kind mir gehören wird!" und lief zur Badestubentür hinaus. Aber der Knecht lief hinter ihm her und traktierte den Teufel mit dem Stock so kräftig er nur konnte. Von da ab wuchsen die Kinder der Bäuerin alle heran. Und alte Leute pflegen noch heute, wenn ein Kind niest, zu sagen: "Gott helfe!" und "Danke, danke!"

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