Die Teufel werden geschlagen

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal auf unserem Gutshof ein sehr böser Herr. Und er liebte gar sehr das Fleisch der Waldvögel. Sobald er einen neuen Jäger dingte, schrieb er ihm gleich vor, wie viel Vögel und Hasen er jede Woche dem Gutshof liefern müsse. Während die Wälder noch sehr wildreich waren, kamen die Jäger mit dem Herrn einigermaßen aus, aber mit der Zeit gab es immer weniger Wild und es war den Jägern nicht mehr möglich, die anbefohlene Anzahl herbeizuschaffen.

Einmal befahl der Herr einen der Jäger aufs Gut und sagte zu ihm: sollte er nächste Woche nicht die nötige Menge Wild abliefern, werde er ihn zu Tode peitschen lassen.

Da erschrak der Jäger so, dass er in den Wald ging und lieber sich selbst das Leben nehmen wollte.

Auf einmal gesellte sich ein Herr zu ihm der ihn fragte, was er für Kummer habe, wonach er Ausschau halte.

So und so, erzählte er: "Ich suche einen stärkeren Ast, an dem ich mich aufhängen kann. Der Herr droht, mich zu Tode zu peitschen, wenn ich nicht soviel Wild herbeischaffe, wie er befohlen hat."

"Unsinn!" lachte der fremde Herr, "ich will dafür sorgen, dass dir die Waldvögel von allein zufliegen, wenn du mir versprichst nach neun Jahren mit mir ein Wettschießen zu machen. Wir wollen es so vereinbaren: erschießt du mich, so bist du frei, erschieße ich dich, so gehört deine Seele mir!"

Der Jäger überlegte und überlegte, schließlich dachte er: "Sterben muss ich sowieso. Dann will ich mich schon lieber dem Teufel ergeben und die neun Jahre noch ein Herrenleben führen.

So wurden sie sich einig, und der Jäger unterschrieb den Vertrag mit seinem eigenen Blut.

Von dem Tag an hatte der Jäger ein solches Jagdglück, dass er dem Gutsherrn jede Woche die nötige Anzahl Wild liefern konnte. Es blieb noch so viel übrig, dass er den Rest in Riga verkaufen konnte. Als nun die neun Jahre zu Ende gingen, da wurde der Jäger aber doch mit jedem Tag trauriger. Er trank keinen Branntwein mehr, rauchte keinen Tabak und schlich nur noch so herum, als hätte der Tod ihn hier versehentlich vergessen. Als er das letztes Mal mit Wild nach Riga fuhr, dann merkte auch der Kaufmann, der ihm sein Wild immer abkaufte, dass etwas ihn schwer bedrückte. Er erkundigte sich, was der Jäger für Kummer habe.

So und so — der Jäger erzählte ihm alles von Anfang an. Da lachte der Kaufmann nur: wenn es nichts Schlimmeres sei, dann könne er beruhigt sein. Er wolle ihm silberne Schrotkugeln geben, damit werde er den Teufel erschießen können. Nur solle er nicht als erster auf den Baum klettern. Nach der Vereinbarung musste der Schießer unten auf der Erde stehen, während der, auf den man schoss, auf dem Baum zu sitzen hatte. Er solle verlangen, dass der Teufel als erster auf den Baum klettert. Und dann noch etwas: den ersten Schuss solle er nur mit den gewöhnlichen bleiernen Schrotkugeln abgeben, bei der zweiten Ladung schon eine Silberkugel hinzunehmen und beim dritten Mal nur Silberkugeln laden.

Gut, der Jäger bedankte sich und fuhr nach Hause. Am nächsten Tag sollten sie sich schießen. Er begab sich zur Wegkreuzung — der Teufel kam ihm schon lachend entgegen. Auf welchen Baum er klettern wolle?

Der Jäger antwortete, er sei gestern Abend sehr spät von einer Reise heimgekommen und sei noch sehr müde, so möchte der Teufel zuerst auf einen Baum klettern. Gut, der Teufel tat es, und der Jäger begann zu schießen.

Nach dem ersten Schuss lachte der Teufel nur; nach dem zweiten Schuss fasste er nach seiner Seite. Der Jäger fragte ihn, was ihm geschehen sei. Der Teufel antwortete, ein Tausendfüßler habe ihn gestochen. Als nun der Jäger die dritte Ladung abfeuerte, sah er nur noch Asche durch die Tannenzweige stieben.

Auf diese Weise ist der Jäger den Teufel losgeworden.

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