Perkons (der Donner) verfolgt die Teufel

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte ein Gutsverwalter alle Leute der Gemeinde zum Einfahren von Heu aufs Gut bestellt. Die Leute fürchteten den bösen Gutsverwalter nicht weniger als den Teufel selbst, deshalb wagte niemand sich zu weigern, am Sonntag zu arbeiten. Als die Leute sahen, dass der Gutsverwalter mit sechs Rappen angefahren kam, legten sie sich mächtig ins Zeug und arbeiteten so emsig, dass der Schweiß ihre Leiber bedeckte. Nur ein Gottesfürchtiger alter Mann kümmerte sich nicht um den Gutsverwalter. Er kniete sich auf einen Hümpel hin und betete. Als der Gutsverwalter das sah, ergriff er seine Büchse und zielte auf den Alten, indem er rief:

"Wenn du am Sonntag nicht arbeiten magst, so kannst du gleich hier auf der Stelle verrecken!" Und er erschoss den Alten.

In demselben Augenblick stieg am Himmel eine schwere schwarze Wolke herauf, in der man einen kleinen weißbärtigen Mann sehen konnte, der mit einem roten Pfeil auf den bösen Gutsverwalter zielte. Als er den roten Pfeil auf den Gutsverwalter schleuderte, erdröhnte die ganze Welt, und der Gutsverwalter war plötzlich nicht mehr zu sehen. Gleich darauf erhob sich an der Stelle ein heftiger Wirbelwind, der sich lange Zeit heulend auf der Stelle drehte. Aus dem Wirbelwind sprang ein kleines Hündchen hervor, das eine Weile Schwanzwedelnd herumschnüffelte und dann verschwand. Die Leute, die das alles gesehen hatten, sagten beeindruckt: "Seht, so ergeht es dem, der sich mit dem Teufel verbündet: am Sonntag hat er ihm seine Seele übergeben, am Sonntag hat der Teufel die Seele geholt."

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