Perkons (der Donner) verfolgt die Teufel

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Pērkons hatte Jods zum Gegner. Jods fürchtete ihn und suchte sich überall zu verbergen, sei es in Gemäuer, sei es in Bäumen, Gewässern oder sonst wo, so dass Pērkons Mühe hatte, ihn zu finden und zu strafen. Einst heizte ein altes Männlein die Badestube. Da tauchte unversehens ein großer schwarzer Kerl mit langem Bart und funkelnden Augen aus dem Gebüsche auf. Der große Kerl bat den Heizer um Erlaubnis, sich in der Badestube zu erwärmen und auszuschlafen, wobei er ihm versprach, es solle sein Glück sein, wenn er ihn wecken würde, sobald ein Gewitter heraufziehe. "Wärm dich, wärm dich, bis Māŗa sich badet," erwiderte der Heizer.

Plötzlich erhob sich eine dichte schwarze Gewitterwolke, und in ihr hockte ein winziges Männlein mit grauem Bart und feurigen Augen. In den Händen trug und wirbelte er eine große feurige Keule (milna, eigentlich Mahlstock). Als der Heizer das sah, geriet er in Furcht, und er wollte den großen Kerl wecken. Pērkons aber rief: "Was tust du?" — "Ich heize das Bad, damit Māŗa am Abend baden kann," erwiderte der Heizer furchtsam. Kaum hatte der Heizer den Namen Maria ausgesprochen, da sprang der große Kerl unversehens zum Fenster der Badestube hinaus. In demselben Augenblick flammte ein langer Blitzstrahl auf, es dröhnte gewaltig, und die feurige Keule traf den großen Kerl. Da stand auch schon das kleine Männlein neben dem Heizer und sprach: "Gut, dass du mir sagtest, dass Māŗa hier badet, sonst hätte ich die Badestube in Splitter zerschmettert. Ich bin Pērkons und suche meinen Widersacher Jods volle drei Jahre, jetzt endlich habe ich ihn gefunden. Schneide in das Fenster der Badestube ein Kreuz, dann wird Jods nicht in sie hineingehen, und auch ich werde dies Heiligtum Māŗas verschonen."

Nachdem Pērkons so gesprochen hatte, erhob er sich unter Donnerkrachen in die Gewitterwolke.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox