Perkons (der Donner) verfolgt die Teufel

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten, als der erwähnte Kārlis Kuplais noch ein Junge war und das Geflügel auf dem Vatrāni-Gutshof wartete, musste er zusammen mit seiner Mutter jeden Abend zum Herrenhaus hinübergehen, um dort zu Abend zu essen. Danach kehrte er dann in den Geflügelstall zurück, wo er zu übernachten hatte. Auf dem Weg zum Stall begegnete Kārlis Kuplais fast jeden Abend dem Teufel. Der Teufel war ein großer schwarzer Herr mit glänzenden Knöpfen und einen Zylinderhut auf dem Kopf. Dieser Herr, der der Teufel selbst war, kam aus dem Herrenhaus und begab sich zum Treibhaus (das Haus der Knechte, in dem früher sich die Orangerie befunden hatte, weshalb man es noch immer das Treibhaus nannte.)

K.K. zeigte den schwarzen Herrn auch seiner Mutter, die ihn jedoch nicht sehen konnte und ihren Sohn jedes Mal ausschalt, dass er einen solchen Unsinn erzähle, obwohl der Sohn behauptete, er könne und könne ganz gewiss den Teufel sehen. Von dem Treibhaus schien sich der Teufel auf den Stallboden zu begeben, denn dort sollte er — wie erzählt wurde — wohnen. Aber einmal kam es doch dazu, dass der Teufel von dem Vatrāni-Gutshof vertrieben wurde. Es kam so. — Der schon erwähnte K.K. hatte als Geflügelwärter den Auftrag, Truthähne vor Regen zu schützen. Sobald es nach Regen aussah, mussten die Truthähne in den Stall getrieben werden. Einmal näherte sich aus der Richtung von Bērzu muiža eine kleine Regenwolke. Es donnerte. Sobald K.K. die Regenwolke, die sich sehr schnell näherte, bemerkt hatte, trieb er die Truthähne in den Stall. Man hörte nur einen Donnerschlag. Als K.K. die Truthähne in den Stall getrieben hatte, hörte er plötzlich auf dem Stallboden großen Lärm: es hörte sich an als würde man Holz brechen oder reißen. Er lief hinaus, um zu sehen was dort geschah. Da sah er, dass der Teufel die Tür, die zum Stallboden führte, herausgebrochen hatte und rannte nun samt der Tür mit einem Wirbelwind durch die Luft davon. Der Teufel sah genauso aus wie an den Abenden, als er ihm begegnet war: ein schwarzer Herr mit glänzenden Knöpfen; nur hatte er jetzt zwei Köpfe. Bis zur Schmiede flog der Teufel noch mit der Tür, aber dort ließ er sie fallen und flog allein in Richtung des Mühlensees weiter. Nun konnte K.K. ihn nicht mehr sehen, denn hohe Laubbäume verdeckten die Sicht. Aber kurz darauf war ein lauter Donnerschlag zu hören, es regnete bereits. Offenbar hatte der Pērkons den Teufel verfolgt, ihn eingeholt und erschlagen, denn seit der Zeit hat niemand mehr den Teufel auf dem Vatrāni-Gutshof gesehen.

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