Perkons (der Donner) verfolgt die Teufel

From Pasakas un teikas
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Auf dem S.-Gutshof lebte ein böser und sehr habgieriger Herr. Obwohl er großen Reichtum, viel Güter und viele Leibeigene besaß, hatte seine Habgier keine Grenzen. Er wollte reicher sein als alle anderen Herren und schloss deshalb mit dem Teufel Freundschaft. Um Mitternacht, als alle Leute schliefen, begab er sich zur Wegkreuzung und pfiff dreimal. Sogleich war der Teufel zur Stelle und fragte ihn: "Was wünschst du, mein Freund?" "Geld!," antwortete der Herr. "Wenn du mir deine Seele vermachst, so kannst du Geld, Schätze und alles, was du nur wünschst, bekommen!" "Meinetwegen kannst du zehn Seelen bekommen, wenn du mir nur Geld gibst!" "Vergiss nur nicht, was du jetzt versprochen hast," sagte der Teufel und verschwand. Als der Herr nach Hause kam, fand er seine Kammer voll von Goldgeld. Im Pferdestall standen sechs neue Rappen. Froh fuhr der Herr nach Riga. Die Rigaer Herren wunderten sich darüber, dass er so viel Geld hatte, aber noch mehr wunderten sie sich darüber, dass er so schöne Pferde wie kein anderer hatte.

Der Herr fuhr wieder nach Hause. Unterwegs begegnete ihm ein Bettler, der ihn bat, ihn ein Stückchen Weges mitzunehmen. Aber der Herr schrie: "Aus dem Weg, Lumpenpack! So einer wie du darf nicht in meiner Kalesche sitzen!" Da sagte der Bettler im Weggehen: "Du wirst dich noch an mich erinnern!" Der Herr lachte nur und fuhr weiter. Gegen Abend zog sich am Himmel eine schwarze Wolke herauf. Es begann zu donnern. Da fürchtete sich der Herr und fuhr so schnell weiter wie die Pferde nur laufen konnten. Auf einmal erblickte er ein kleines schwarzes Böcklein, das die Straße entlanglief. Blökend kam es an die Kalesche herangelaufen. Da dachte der Herr: daraus kann ein guter Braten werden!" Und er hob das Böcklein in die Kalesche. Da erschrak sein Knecht Jānis, der auf dem Kutschbock saß, sehr, denn er wusste, dass der Herr den Teufel selbst, der sich in einen Bock verwandelt hatte, um dem Zorn des Pērkons zu entkommen, in die Kalesche gehoben hatte. Er will dem Herrn sagen, dass er das Böcklein aus der Kalesche werfen soll, aber in dem Augenblick hat die schwarze Wolke bereits den ganzen Himmel bedeckt. Der Blitz zuckte und der Donner grollte so fürchterlich, dass Jānis vor Angst betäubt wurde. Als er wieder zu sich kam, waren weder der Herr noch das Böcklein noch die Kalesche zu sehen. Anstelle der Sechs Rappen erblickte er nur sechs Mooshäufchen.

Da kam der alte Bettler auf ihn zu und sagte: "Da siehst du, wie es solchen ergeht, die sich mit dem Teufel eingelassen haben."

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