Perkons (der Donner) verfolgt die Teufel

From Pasakas un teikas
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In dem Kampāni-Dorf in Sece lebte in einem kleinen Häuschen ein Schneider mit seiner Frau. Einmal begann es stark zu regnen. Die Frau des Schneiders war allein zu Hause. Sie musste Wäsche trocknen und wollte sie auf dem Boden des Speichers aushängen. Gedacht, getan. Sie stieg auf den Speicherboden und begann die Wäsche auszuhängen. Es regnete so stark als würde man Wasser aus Eimern schütten, und der Donner grollte fürchterlich. Es wurde sehr finster. Auf einmal hörte sie, dass jemand die Leiter hinaufgeklettert kam, dass es nur so knarrte. Sie dachte, das werde ihr Mann sein. Plötzlich fiel ein Behaarter über sie her und begann sie zu würgen und zu quälen. Die Blitze zuckten kreuz und quer um sie herum. Da rief das Frauchen in seiner Todesangst "Ach, Gott!" aus. Kaum hatte sie der Namen Gottes ausgerufen, da rollte der Behaarte wie ein Riesenknäuel die Leiter hinunter. Der Teufel rollte und rollte bis zu der Korndarre des Nachbarn, in die er verschwand. Plötzlich erschallte ein furchtbarer Donnerschlag — es hatte in die Korndarre eingeschlagen, die niederbrannte.

Nicht weit vom Kampāni-Dorf befindet sich ein Moor. Mitten im Moor liegt ein sehr großer bemooster Stein. Auf diesem Stein sieht man häufig um die Mittagszeit ein Mädchen sitzen und ihr Haar bürsten. Seit der Zeit, da der Donner in die Korndarre eingeschlagen hatte, ist sie nie mehr gesehen worden.

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