Perkons (der Donner) verfolgt die Teufel

From Pasakas un teikas
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Comments: Die Varianten dieser Sage findet man in der Abt. über Drachen des Bandes XIII. P. Š.


Auf dem Ancīši-Hof der Bērzmuiža-Gemeinde lebte in alter Zeit der Teufel. Die Bäuerin konnte ihn gut leiden und ließ ihm volle Freiheit: er konnte seine Possen treiben wie er nur wollte. Dafür schaffte er ihr jede Menge Geld herbei.

Der Geldtopf stand stets am Fußende ihres Bettes, so dass sie daraus immer soviel holen konnte, wie sie nötig hatte. Den Bewohnern des Bauernhofes tat der Teufel nichts zuleide. Als die Frauen abends beim Spinnen saßen, kam er zu ihnen in die Stube und ließ sie Rätsel raten. Eines Abends kletterte er auf den Ofen und begann, Erbsen in die Stube zu streuen. Die Erbsen flogen pfeifend durch die Luft, man musste aufpassen, dass einem nicht die Augen ausgeschossen wurden. Der Deutsche — so wurde er von den Leuten genannt — lachte nur darüber. Als sie genau hinsahen, fanden sie keine Erbsen.

Im Herbst begab er sich zur Nachthütung und rief die Knechte: sie sollten nach Hause kommen und ans Dreschen gehen. Die Knechte kamen heim und gingen zur Korndarre. Aber woher? — Die Tür war verschlossen, kein Mensch zu sehen, kein Mensch zu hören. Sie kehrten zur Nachthütung zurück. Erst viel später rief der Bauer die Knechte nach Hause. Aber der Teufel rief sie jede Nacht. Schließlich beschlossen die Knechte, das Herrchen zu belehren. Als sie wieder eines Abends zur Nachthütung ritten, nahmen sie ordentliche Knüttel mit, um ihn zu verprügeln, sollte er sie wieder nach Hause rufen. Ja, wahrhaftig. In der Nacht kam er herbeigeeilt und rief sie zum Dreschen. Selbst aber lief er schon voraus, schlich in die Korndarre und verwandelte sich in einen Spreusack, der in einem Winkel lag. Die Knechte durchsuchten die Korndarre, konnten ihn jedoch nicht finden. Sie wollten schon hinausgehen, als sie den Spreusack in einer Ecke erblickten. Da sie wussten, dass sich keine Spreu mehr in der Korndarre befand, merkten sie gleich, was das für ein Sack war. Und nun gingen sie mit ihren Knütteln auf den Sack los. Der Sack hüpfte durch die Korndarre hin und her, aber schließlich konnte der Teufel die Schläge nicht mehr ertragen und begann die Knechte anzuflehen, ihn loszulassen. Aber sie ließen ihn erst dann los, als er versprochen hatte, sie nicht mehr zu narren. Seit der Zeit ließ er sie in Ruhe.

Seit der Zeit wurde er auch sehr gehorsam. Die Knechte brauchten nur zu sagen: "Stepiņš, geh, bring den Pferden Wasser und wirf ihnen Stroh vor!" dann hörten sie, wie Wasser in die Krippen gegossen wurde und wie Stroh in den Raufen raschelte. Aber wenn man hinsah, waren die Krippen und die Raufen leer.

Nachdem die Bäuerin gestorben war, heiratete der Bauer eine neue Frau. Die neue Bäuerin wollte den Teufel nicht mehr behalten. Dafür riss der Teufel sie nachts an den Haaren und narrte sie auf verschiedene Weise.

Die Bäuerin konnte es nicht mehr ertragen und fuhr zu ihrer Mutter, sich bei ihr zu beklagen. Der Teufel verwandelte sich in eine Futtertasche oder in etwas anderes, setzte sich ebenfalls in den Wagen und fuhr mit, ohne dass die Bäuerin es gewusst hätte. Er belauschte ihre Gespräche und, wieder zu Hause, plagte er sie noch mehr als vorher, weil sie sich über ihn beklagt hatte. Einmal gab es ein Ungewitter. Der Teufel war sehr erschrocken und wusste nicht, wo er sich verstecken könnte. Er lief von einem zum anderen, aber niemand wollte ihn annehmen. Da sahen die Leute, dass ein kleines Böcklein blökend zum Tor hinauslief, wo es vom Blitz erschlagen wurde. Seit der Zeit gab es keinen Teufel mehr auf dem Ancītes-Hof.

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