Die Sterbestunde des Menschen ist vorbestimmt

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. Bd. X. Variante 7 und 8 des Märchens Nr. 51. P. Š.


In alten Zeiten pflegten Gott und Laima auf Erden zu wandeln, so dass die Menschen ihnen begegnen konnten. Einmal wandte sich Babiņa an Gott, um ihn um einen Mann zu bitten. "Ich kann dir, mein Mädchen, nur Gesundheit geben," sagte Gott, "einen Mann kann nur Laima dir bescheren. Wenn du ihren Beschluss hören willst, so folge mir." Baba blieb im Vorraum Laimas, während Gott, der sich betrunken stellte, hineintaumelte. "Lieber Gott, Väterchen," rief Laima, von ihrem Stuhl aufspringend, "wo hast du dich so betrunken?" – "Auf Babas Hochzeit," antwortete er. — "Ich habe aber doch der Baba keinen Mann bestimmt; ich habe ihr doch bestimmt, eine alte Jungfrau zu bleiben und von Wölfen gefressen zu werden." – "Da hörst du, Mädchen, was Laima dir bestimmt hat," sagte Gott, indem er zu Baba

hinaustrat. "So wird es auch geschehen." Baba bat ihren Bruder, sie nicht zur Weide zu schicken, da Wölfe sie fressen würden. Der Bruder erhörte sie und behütete sie auch bis zu ihrem Tode in seinem Hof. Aber Wölfe scharrten sie aus dem Grabe und fraßen sie.

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