Die Sterbestunde des Menschen ist vorbestimmt

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. Variante 9 des Märchens Nr. 51 Bd.10.


Bei der Geburt eines Kindes erzählen die Weissagerinnen, was für ein Leben das Kind haben wird.

Einmal wurde einem Elternpaar ein Sohn geboren. Die Weissagerin teilte ihnen mit, dass der Sohn, herangewachsen, ertrinken werde; wenn es ihnen aber gelingen sollte, ihn in dem kritischen Augenblick vom Wasser fernzuhalten, dann werde er weiterleben. Sie werden den gefährlichen Augenblick daran erkennen, dass der Sohn beide Socken an einen Fuß anziehen und dabei überall nach der zweiten Socke suchen wird.

Der Sohn wuchs heran. Einmal besuchten ihn andere Burschen und wollten ihn mitnehmen. Warum nicht, er ist bereit und beginnt sich geschwind anzuziehen. Aber in der Eile hat er beide Socken an einen Fuß angezogen und sucht nun überall nach der zweiten Socke. Die Eltern erinnern sich sogleich an die Prophezeiung und lassen den Sohn nun für keinen Preis mehr fort. Die anderen Burschen mussten ohne ihn fortgehen. Ihr Weg führte sie an einem See vorbei. Da tauchte aus dem See eine junge Frau auf, klatschte in die Hände und fragte, wo der sei, den zu holen man sie geschickt habe. Ob der, den sie empfangen sollte, nicht dabei sei? Nachdem sie die anderen ausgefragt hatte sank sie ins Wasser zurück. Der Sohn, der dem Tod durchs Ertrinken entkommen war, erreichte ein hohes Alter und ist dann eines guten Todes gestorben.

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