Die Sterbestunde des Menschen ist vorbestimmt

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten hatte ein mächtiger Herrscher einen einzigen Sohn. Bei der Geburt hatte die Laima (die Schicksalsgöttin) bestimmt, dass der Sohn vom Blitz erschlagen werden würde. Der Herrscher war sehr betrübt. Um seinen einzigen Sohn zu schützen, ließ er einen Keller aus purem Eisen erbauen. Als nun der vorausgesagte Tag herankam, zog sich ein böses Ungewitter herauf. Da ermahnte der Vater seinen Sohn, sogleich in den Keller zu gehen. Der Sohn gehorchte und ging, aber er ging nicht in den Keller, sondern stieg auf einen hohen Berg, wo er unter offenem Himmel stand und dem Donner ganz nahe war. Der Vater, der seinen Sohn im Keller glaubte, schloss die Kellertür ab. Aber kaum hatte er den Keller verschlossen, als der Keller zu Staub zerschmettert wurde. Da erschrak der Herrscher gewaltig, denn er glaubte, sein Sohn sei in dem Keller umgekommen. Als das Gewitter vorbei war, kam der Sohn des Herrschers unerwartet nach Hause. Er war heil und gesund. Der Donner hatte ihm nichts Böses getan, denn er war vor ihm nicht geflohen und hatte sich vor ihm nicht versteckt.

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