Die Sterbestunde des Menschen ist vorbestimmt

From Pasakas un teikas
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Comments: Dieser Sage ähnelt das Märchen Nr. 50 aus Bd. X. P.Š.


Einmal ging eine Hebamme zusammen mit einer Schwangeren zur Badestube. Die Badestube war damals ein geheiligter Ort an dem ein guter Geist lebte. Damals wurde die Badestube auch das Kämmerlein der hl. Māŗa (oder der Laima) genannt.

Beide Frauen begaben sich in die Badestube; aber der Knecht war ihnen nachgeschlichen, denn er wollte alles sehen und hören. Kurz darauf gebar die Schwangere ein Töchterchen, und die Laima begann ihr Schicksal zu bestimmen. Sie sprach: "Dieses Mädchen wird einmal den Burschen heiraten, der sich auf dem Badestubenboden versteckt hat." Als der Bursche das hörte wurde er ganz wütend, riss sein Messer aus der Tasche und schleuderte es durch einen Spalt nach der Neugeborenen; das Messer verletzte das Bäuchlein des Kindes. Die Hebamme ergriff das Messer, zog es heraus, reichte es der Mutter und sagte: "Verwahre das Messer gut, bis dein Töchterchen herangewachsen sein wird!" Als der Bursche sah, was mit seinem Messer geschah, sprang er mit einem Satz vom Badestubenboden herunter, lief ins Haus und tat so, als wäre nichts geschehen. Nächstes Jahr trennte sich der Bursche von seinem Bauer, zog in eine andere Gegend und lebte dort viele Jahre. Einmal verdingte sich bei dem Bauer, bei dem der Bursche als Knecht arbeitete, eine junge Magd. Der Bursche mochte sie gern und sie wurde bald seine Braut. Einmal nahm das Mädchen ihren Bräutigam ins Vorratshaus mit, um ihm ihre Aussteuer zu zeigen. Dabei zeigte sie ihm auch ihr Messer: "Sieh, was ich für ein Messer habe!" sagte sie. Der Bursche erkannte sein Messer sofort. Er weinte sich aus und nahm dann das Mädchen zur Frau.

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