Das Sterben des Menschen

From Pasakas un teikas
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Einem Mann starb die Frau, die er sehr lieb gehabt hatte. Als die Frau eingesargt und in die Korndarre gebracht worden war, ging der Mann oft hin, um sie zu betrachten. Am Tag der Beerdigung hatte der Pfarrer schon gesprochen, und man wollte gerade den Deckel auf den Sarg legen. Aber der Mann konnte und konnte sich von seiner verstorbenen Frau nicht trennen. Zufällig warf einer der Trauergäste einen Kerzenleuchter um, und ein Tropfen heißen Wachses fiel der toten Frau auf die Wange. Da erhob sich die Frau aus ihrem Särge. Alle Trauergäste rannten, vor Furcht schreiend, davon, aber der Mann blieb bei seiner Frau. Später erzählte die wieder auferstandene Frau, sie sei gar nicht richtig gestorben, sondern nur scheintot gewesen. Sie habe alles gehört, was an ihrem Sarge gesprochen wurde. Sie habe sich nur nicht bewegen und nicht sprechen können. Es sei so schwer zu ertragen gewesen, dass ihr Mann neben ihrem Sarg so geweint habe. Nach diesem Tag lebte die Frau noch lange Zeit.

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