Das Sterben des Menschen

From Pasakas un teikas
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Eine Frau, die Ormaniene, die im Roči-Wald (Am Strand von Dundaga, ein paar Werst von Kolkas rags, in der Nähe der Jaunroči — und Vecroči-Höfe) Vieh hütete, hörte gegen Abend, wie das Hirtenmädchen des Nachbarhofes sang. Sie konnte das Mädchen selbst nicht sehen, aber seine Stimme erkannte sie und konnte sie sehr klar unterscheiden. Nachdem sie eine Weile gesungen hatte, wurde sie still, und nun begann jemand die Friedhofsglocke zu läuten. Sie wunderte sich darüber, und trieb dann ihr Vieh heim. Am nächsten Morgen traf sie das Hirtenmädchen und fragte es, — warum es denn gestern so laut gesungen habe und wer das gewesen sei, der aus Unfug die Friedhofsglocke geläutet habe. Da verwunderte sich das Mädchen sehr und sagte, sie habe gestern gar nicht gehütet, keine Lieder gesungen und auch nicht gehört, dass jemand die Friedhofsglocke geläutet hätte. Da begriff die Ormaniene, dass jemand wohl bald sterben werde, weil sie solche Geräusche im Roči-Wald gehört hatte. Und so geschah es denn auch.

Ein Mann hatte nachts im Roči-Wald ein sonderbares Klimpern gehört: als würde jemand zwei Eisenstückchen an einander schlagen. Er rief dem Klimperer zu, er solle doch herkommen! Aber sobald er ihn ansprach, verstummte er. Sobald er je doch wieder weiterging, hörte er erneut das Klimpern. Schließlich achtete der Mann nicht mehr darauf und ging geradeswegs zum Dumburi-Hof. Als er auf dem Dumburi-Hof ankam, lag die Großmutter dort im Sterben.

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