Die Seele verlässt den Menschen in der Gestalt eines kleinen Tieres

From Pasakas un teikas
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Zwei Bauern brachten Branntwein nach Rīga. Auf dem Rückweg machten sie Rast und setzten sich an den Wegrand, um ihr Mittagbrot zu essen. Der Eine legte sich nach dem Essen hin; der Andere aß noch weiter und beobachtete den Schlafenden. Auf ein mal sah er, dass eine große schwarze Fliege aus dem Mund des Schlafenden herausgeflogen kam. Sie flog über eine Wasserpfütze und ließ sich auf einen Hümpel nieder. Das wiederholte sie mehrere Male; sie flog vom Mund zum Hümpel und vom Hümpel zum Mund. Als der Schläfer erwachte, erzählte er seinem Kameraden seinen Traum, den er soeben gesehen hatte. Er habe einen großen Berg gesehen, von Seen umgeben. Ein alter Mann habe erzählt, dass unter dem Berg Geld vergraben sei. Der andere Bauer erzählte ihm, wie er die Fliege beobachtet hatte, und meinte: "Wieso konntest du einen Berg und Seen sehen, obwohl es hier keine gibt?" Vielleicht sei der Hümpel der Berg, den er im Traum gesehen habe, und die Wasserpfütze der See? Der erste Bauer war der gleichen Ansicht. Sie begannen unter dem Hümpel nach Geld zu suchen. Und wahrhaftig sie brauchten gar nicht tief zu graben, da fanden sie viel Geld. Nun waren beide Bauern reich.

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