Die Manen (Veļi) auf dem Friedhof

From Pasakas un teikas
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Comments: Dandenis in Drusti hat die folgende Sage aufgeschrieben: Einmal fährt ein alter Mann am Friedhof vorbei. Da kommen weiße Hunde aus dem Friedhof gelaufen und springen in seinen Wagen. Wohl schlägt er kreuzweise mit der Peitsche auf sie ein —alles vergebens. Auf einmal kräht der Hahn – da verschwinden plötzlich alle Hunde. L.P.


Ein Mann, der über den Friedhof ritt, sah, dass die Toten sich in einer langen Reihe aufgestellt hatten. Alle hatten Kerzen in der Hand. Einer hatte einen Kelch und reichte jedem der Toten einen Schluck daraus. Nun stellte sich der Reiter ans Ende der Reihe hin und wartete ebenfalls auf den Kelch. Als der Tote mit dem Kelch herankam und ihm einen Schluck daraus reichen wollte, ergriff er den Kelch und galoppierte, so schnell das Pferd nur konnte, nach Hause. Die Toten jagten ihm nach. Erst nachdem der Reiter über eine Brücke geritten war, gaben sie die Verfolgung auf und kehrten auf den Friedhof zurück. Als der Mann wieder zu Hause war, begann er den Kelch genau zu betrachten, konnte aber nicht verstehen, woraus er gemacht war: aus Holz war er nicht, aus Eisen war er auch nicht —nicht dies, nicht das. Danach betrachtete er auch das Getränke mit dem der Kelch gefüllt war. Wieder etwas Sonderbares: sobald ein Tröpfchen davon auf die Haut fiel, wurde die Stelle wund.

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