Die Manen (Veļi) auf dem Friedhof

From Pasakas un teikas
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Einmal in alten Zeiten starb die Magd einer Bäuerin. Eines Tages kam die Verstorbene zu der Bäuerin und erzählte ihr, dass die Manen noch an demselben Tag ein Fest feiern würden. Die Bäuerin wollte gar zu gern das Fest mit eigenen Augen sehen. Da sagte die Magd, die Bäuerin solle, sobald sie einen Leichenzug auf der Straße bemerke, auf den Dachboden eilen und durch das Bodenfensterlein schauen, sollte sie dabei etwas Komisches erblickten, so dürfe sie nicht lachen, denn die Manen müssten auf dem Tier reiten, das man zu ihrem Leichenschmaus geschlachtet hatte. Sobald die Bäuerin den Leichenzug erblickte, eilte sie zum Dachgiebelfensterlein und schaute hinaus. Da sah sie, dass vom Friedhof her viele Manen dem Leichenzug entgegenritten: der Eine auf einem Ochsen, der Andere auf einem Hammel, der Dritte auf einem Huhn, andere auf Schafen, Schweinen und Kälbern. Schließlich

kamen ihrer so viele, dass sie in den Wagen der Trauergäste keinen Platz mehr hatten. Als schließlich einer auf einem lahmen Ziegenbock angeritten kam, begann die Bäuerin zu lachen. In demselben Augenblick; waren alle Manen verschwunden, und auch ihre Magd bekam sie nie wieder zu sehen.

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