Die Manen (Veļi) auf dem Friedhof

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. die folgenden Abt. über die Manen in der Kirche. P. Š.


Ein Bruder und seine Schwester fuhren eines frühen Morgens zur Kirche. Da die Straße einen großen Bogen um den Friedhof machte, sagte die Schwester, sie werde den Weg abkürzen, indem sie geradeswegs über den Friedhof gehen werde, er solle mit dem Pferd die Straße entlangfahren. Als die Schwester nun über den Friedhof ging, erblickte sie an einem Grab einen grau gekleideten Mann, der einen Rosenkranz um den Hals hatte. Die Schwester grüßte ihn im Vorbeigehen und fragte ihn, ob sie nicht gemeinsam zur Kirche gehen wollten. Der fremde Mann blickte sie nur kurz an, antwortete jedoch nicht. Die Schwester ging weiter. Als sie die Friedhofspforte bereits erreicht hatte, blickte sie zurück. Da sah sie, dass der graue Mann ihr folgte. Jenseits der Friedhofspforte floss ein schmaler Bach am Friedhof vorbei, den man leicht überspringen konnte. Als sie jedoch den Bach überspringen wollte, merkte sie, dass jemand sie festhielt. Sie schaute zurück und erblickt den grauen Mann. Vergeblich versuchte das Mädchen sich zu befreien. Dann bekreuzigte sie sich und begann zu beten: nun gelang es ihr schließlich, sich loszureißen und den Bach zu überspringen. Der Graue hatte ihr jedoch die Kleider vom Rücken gerissen. Dann war er verschwunden.

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