Die Manen (Veļi) auf dem Friedhof

From Pasakas un teikas
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Comments: M. E. Bērziņš aus Umurga hat Lerchis-Puškaitis ein Märchen zugesandt, in dem "drei lange weiße Tote," auf der Erde entlangrollend, sich vom Friedhof zu den Nachthütern begeben, die die Flucht ergreifen. (LP. VII, I, 127, 11). P. Š.


Einmal fuh rein Mann aus Maliena (kulturgeschichtlich Region)) in einer späten Herbstnacht die Pleskauer Landstraße entlang. Er fuhr von Rīga nach Hause und wollte in dem Krug von Skujene sein Pferd versorgen. Der Krug war jedoch so überfüllt, dass er zum Māli-Krug weiterfuhr. Da zog jedoch so dichter Nebel herauf, dass er kaum noch das Pferd sehen konnte. Er fuhr und fuhr, schließlich kam er zum Krusta kalns (Kreuz berg). Auf einmal wurde die Landstraße hell. Viele, viele Tote kamen vom Friedhof auf die Straße und setzten sich in den Wagen des Mannes. Eine Tote, ein junges Mädchen noch, setzte sich sogar auf seinen Schoß und wollte ihn küssen. Er ließ es freilich nicht zu und begann die Toten mit einem Knüttel abzuwehren und zu schlagen, aber je mehr er auf sie einschlug, umso mehr rückten sie ihm auf den Leib: einige setzten sich ihm schon auf die Schultern und auf den Kopf, denn im Wagen war sonst kein Platz mehr für sie. Der Arme plagte sich lange Zeit mit den Toten ab, bis plötzlich auf dem nahen Bauernhof der Hahn krähte: da eilten die Toten Hals über Kopf auf der Friedhof zurück und riefen: "Zur Hölle, zur Hölle!"

Einmal fuhr wiederum eine Bäuerin aus Skujene um die Mittagszeit an dem Kreuzberg vorbei. Am Fuße des Berges blieb das Pferd plötzlich stehen und ging keinen Schritt weiter. Da erblickte die Bäuerin am Kopf des Pferdes einen Kerl mit Hühnerbeinen und Froscharmen, der das Pferd am Zaum hielt. Da sprang die Bäuerin aus dem Wagen und begann das Gespenst mit der Peitsche zu traktieren. Aber der kümmerte sich nicht um die Peitschenhiebe, sondern ging an den Wagen und warf alles, was er darin fand, auf die Straße. Als die Bäuerin ihn mit der Peitsche vertreiben wollte, eilte er auf die andere Seite und machte sich wieder an das Pferd heran. Zum Glück kam bald darauf ein Mann gefahren, der die Bäuerin aus der Bedrängnis erlöste.

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