Die Manen (Veļi) auf dem Friedhof

From Pasakas un teikas
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In einer späten Herbstnacht fuhr ein Mann mit einem Branntweinfass an dem Vangaži-Friedhof vorbei. Er hatte selbst einen Rausch und fürchtete sich deshalb vor Gespenstern nicht. Als er das Friedhofstor erreicht hatte, kamen die Toten vom Friedhof auf die Straße geeilt: einige setzten sich zu ihm in den Wagen, andere kletterten auf den Rücken des Pferdes, noch andere hängten sich an den Krummbogen und an die Femerstangen. Obwohl das Pferd recht kräftig war, konnte es den Wagen kaum noch vorwärtsziehen. Unter den Toten erkannte der Mann den Einen, oder den Anderen, zu dessen Beerdigung er selbst gegangen war. Wohl stieß er sie aus dem Wagen und begann sie mit der Peitsche zu traktieren, aber es kamen noch immer mehr Tote hinzu. so mühte er sich lange Zeit ab: Sein Pferdchen war ganz, erschöpft und blieb schließlich stehen. Erst nachdem die Hähne auf dem nahen Bauernhof gekräht hatten und der Fahrer dreimal das Vaterunser gebetet hatte, ließen die Toten von ihm ab, und nun konnte er wieder weiterfahren.

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