Die Manen (Veļi) auf dem Friedhof

From Pasakas un teikas
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Comments: 1) Lehrer Sušķis von der 70-jährigen M. Juraucka in Pilskalne. "Was bist du, Ungebetener, an den Ort der Gebetenen (der Eingeladenen, Aufgeforderten) gekommen: weder sind deine Augen verdreht, noch sind deine Sehnen gestreckt!" So hat die Manen-Mutter (die Mutter, die Gottheit der Verstorbenen) gesungen, als ein Totengräber, der ein Grab geschaufelt hatte, auf dem Friedhof eingeschlafen war. Das Lied hat er im Traume gehört. L.P. 2) Andžus Zvaigzne auf dem Ozoliņi-Hof in Ērgļi hat folgendes Lied aufgetrieben:


Ein Mann war spät in der Nacht unterwegs. Er verirrte sich und gelangte auf den Jēkuļi-Friedhof. Er legte sich auf ein Grab hin und war schon am Einschlafen. Auf einmal hörte er unter sich ein feines, nettes Stimmchen, das sang:

"Warum liegst du, Ungerühmter,

hier im Kreise der Gerühmten?

Deine Augen (sind) unverdreht,

Deine Sehnen (sind) ungestreckt."

Der Mann verstand sogleich, dass die Toten es waren, die so sangen. Er erhob sich, bekreuzigte sich und setzte seinen Weg fort.

"Čavainīte weint bitterlich auf dem Berg der Kreuze,

Wie sollte sie auch nicht weinen? —Sie muss in einer Höhle leben." L.P.

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