Die Manen in der Kirche

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte ein Mann lange Zeit gegen die Großfrau (die Gutsbesitzerin) prozessiert. Aber sie kamen mit dem Prozess nicht zu Ende: beide starben. Einmal geschah es nun, dass ein junger Bursche an der Kirche vorbeiging. Da kam der verstorbene Mann aus der Kirche: er solle mit in die Kirche kommen und seinen Streit mit der Großfrau entscheiden, sonst könne er keine Ruhe finden. Das Urteil müsse von einer lebenden Seele gefällt werden. Der Bursche solle auf die Kanzel steigen und die Mitternachtsstunde erwarten. Wenn er dann sehe, dass er (der Mann) und die Großfrau sich die Hände reichen, so solle er nur ruhig auf sie zukommen, ihre Hände trennen und sprechen: "Friede!" Danach solle er so schnell wie möglich die Kirche verlassen. Sollte er etwas fallen lassen, so solle er sich nicht danach bücken, um es aufzuheben; auch zurückschauen dürfe er nicht. Gut, der Bursche tat alles so, wie der Tote es gesagt hatte. Dann lief er zur Kirchentür hinaus. Aber in der Kirche waren noch viele andere Tote gewesen. Sie liefen ihm nach. Auf der Flucht verlor er die Mütze vom Kopf; die Toten zerrissen sie in kleine Fetzchen. Nur Asche ist an der Stelle geblieben. Aber selbst konnte er glücklich entkommen.

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