Das Schwarze Buch

From Pasakas un teikas
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Ein Mann ging einmal zu seinem Freund, fand ihn aber nicht zu Hause. Dieser Freund war ein großer Bücherfreund. Der Gast nahm nun in seiner Stube Platz und machte sich daran, seine Bücher zu lesen. Auf dem Bücherbord fand er dabei ein eigenartiges Buch, das hatte schwarze Blätter mit weißen Buchstaben. In diesem Buch fing er zu lesen an. Während er so las, sammelten sich in der Stube Tote aus den Gräbern: der Eine schleppte seinen Sarg mit sich, ein zweiter den Sargdeckel, ein dritter nur sein Totengewand, ein vierter war sogar halb nackt. Und je weiter er las, um so mehr Tote fanden sich ein, und alle bedrängten ihn wozu er sie gerufen habe? In seinem Schreck wusste er schließlich nicht, was tun. Da kehrte zum Glück der Hausherr, der Freund des Gastes, zurück. Der nahm sofort dem Gast das Buch aus den Händen und begann rückwärts zu lesen. Wie er so in umgekehrter Folge las, verzogen sich die Toten ganz allmählich. Danach sagte er zu seinem Gast: "Schau, dies Buch darf man nur lesen, wenn man einen Toten herrufen will. Wenn dann der Tote Arbeit verlangt, so muss man Senfsamen in die Asche schütten und sie von ihm auflesen lassen. Will man aber Tote zurückzuschicken, so muss man das Buch rückwärts lesen: gleich eilen dann alle davon. "Der Gast hatte sich aber so sehr erschreckt, dass er bald darauf starb.

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