Das Schwarze Buch

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: In Ķūķi wird erzählt, dass eine Frau irgendwo ein sonderbares Buch gefunden habe. Sobald sie darin zu lesen begann, kamen nachts viele Verstorbene in ihre Stube. Schließlich hat ihr Mann das Buch verbrannt — und nun hatten sie ihre Ruhe. L.P.


Ein Bursche verdingte sich als Knecht bei einem Bauern, der das Schwarze Buch besaß, aber der Knecht wusste es nicht. Nachdem er eine ganze Weile auf dem Bauernhof gelebt hatte, bemerkte er, dass der Bauer oft in einem Buch las, das schwarze Seiten und weiße Buchstaben hatte. Er beobachtete auch, wo der Bauer das Buch aufbewahrte. An einem Silvesterabend hatte der Bauer wieder in dem schwarzen Buch gelesen. Danach fuhr er zur Kirche, um das neue Jahr zu erwarten. Als der Bauer davongefahren war, holte der Knecht das Buch hervor und begann darin zu lesen. Aber er hatte noch nicht lange darin gelesen, als ihn eine große Angst packte: das Zimmer füllte sich mit Toten, die ihn fragten, was er wünsche. Da sagte der Knecht, sie möchten ihm doch ein Säckchen Geld bringen. Gesagt — getan. Kurz darauf war der Geldsack zur Stelle. Da er nicht wusste, wie er sie loswerden könnte, schickte er sie zur Kirche, seinen Bauer zu holen. Kurz darauf kehrten sie zusammen mit dem Bauern zurück. Als der Bauer sah, was der Knecht angerichtet hatte, gab er ihm eine ordentliche Backpfeife. Dann schlug er eine andere Seite im Buch auf, las den entsprechenden Abschnitt, und nun kehrten die Toten auf ihren Friedhof zurück. Obwohl der Knecht die Ohrfeige bekommen hatte, machte der Geldsack, den ihm die Toten gebracht hatten, ihn zu einem wohlhabenden Manne.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox