Melnā grāmata / Das Schwarze Buch

From Pasakas un teikas
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Latviski (edit) Deutsch (edit)
Simjūtu dienā, kad dvēseles mielo, Māziņš gājs un iegājs līderiešos vienā mājā, kur to vakar urgučus dzinuši (mielotās dvēseles, garus, aizdzen). Bijs vēls laiks un ceļš slikts, tādēļ lūdzies nakts mājas; bet mājas ļaudis ne par ko negribējuši dot; beidzot tikpat devuši, tikai cieši piekodinādami, lai tūliņ liekoties gulēt un, acis cieti aiztaisījis, galvu apsedzot.

Kad Māziņš apgulies, tad jutis, ka galds tapis klāts un pēc tam dzirdējs dziesmu:

"Augstraudzīt', zemraudzīt',
Sēsties maldas [meldu] krēsliņā:
Tu mums devi govis, vēršus.
Aitas, kazas, kumeliņus."

Ilgāk Māziņš nevarējis nociesties, nepaskatījies drusciņ. Pastiepis acis gar deķa malu un domajs: kas jel tur esot? Tikai kaukens muti plātijs — tas viss.

Citā vietā bijs atkal izveicigs puiss; tas pa dvēseļu mielasta laiku, kamēr visiem bijs ārā jāstāv, piesteidzies pie loga un ielaidis āzi uz galda. Āzis vareni ēdis maizi un grūdis traukus no galda. Nu saimnieki (tēvs, māte, bērni) notālēm pamanījuši: tāds sirms dzīvo pa galdu un viens otram čukstējuši: "Tā tad sirdīgi ņemas ēzdams, tikai, liekas, dusmīgs mazliet: grūž traukus no galda nost."

An dem Tage von Simon und Juda, an dem die Seelen der Verstorbenen (die Manen) gespeist werden, kehrte Māziņš auf einen Bauernhof in Līdere ein, auf dem man an jenem Abend die Seelen ausgetrieben hatte (die gespeisten Seelen werden wieder verjagt). Es war schon spät, die Straße war schlecht, deshalb bat er um Nachtlager. Man wollte ihm anfangs auf keinen Fall das Nachtlager gewähren. Schließlich aber ermahnte man ihn, sich gleich schlafen zu legen, die Augen zu schließen und die Decke über den Kopf zu ziehen.

Als Māziņš. sich hingelegt hatte, hörte er, dass der Tisch gedeckt wurde. Danach hörte er, wie ein Lied gesungen wurde:

"Hochspringerin, Tiefspringerin,

Setz dich auf den Schilfrohrstuhl:

Du hast uns Rinder und Schafe,

Du hast uns Ziegen und Pferde gegeben."

Da konnte es Māziņš nicht aushalten: er guckte ein wenig unter der Decke hervor. Was mochte nur dort vor sich gehen? Aber er sah nur eine Kröte, die das Maul auf— und zuklappte.

Auf einem anderen Bauernhof lebte ein schlauer Knecht. Während der Speisung der Seelen mussten die Hausbewohner draußen auf dem Hof bleiben. Er eilte ans Fenster und Hof den Ziegenbock auf den Tisch. Der Ziegenbock machte sich über das Brot her und stieß dabei die Schüsseln von dem Tisch hinunter. Die Bauernfamilie (Vater, Mutter und Kinder) bemerkten aus der Entfernung, dass sich ein Graubärtiger an den Tisch zu schaffen machte. Sie flüsterten einander zu: "Der macht sich aber über das Essen her! Nur scheint er verärgert zu sein, weil er die Schüsseln vom Tisch stößt."

"Hochspringerin, Tiefspringerin,

Setz dich auf das Schilfrohrstühlchen;

Dir gehören die Kühe und Stiere,

Dir gehören die Fuchsfohlen."

Dieses Lied wurde am Ende der Manenzeit gesungen (am 28. Tag des Manenmonats). Als die "vecīši " (die Alten) vom Hof verjagt wurden, setzte man eine Kröte (die Hoch— und Tiefspringerin) auf den Tisch oder auf den Stuhl und ehrte sie als Gottheit und Spenderin allen Reichtums. J. Priedīte.

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