Das Schwarze Buch

From Pasakas un teikas
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Comments: J. Priedīte aus Annas muiža in Livland hat von seiner Mutter (die aus Mārciena kommt)folgendes Volkslied aufgeschrieben:


An dem Tage von Simon und Juda, an dem die Seelen der Verstorbenen (die Manen) gespeist werden, kehrte Māziņš auf einen Bauernhof in Līdere ein, auf dem man an jenem Abend die Seelen ausgetrieben hatte (die gespeisten Seelen werden wieder verjagt). Es war schon spät, die Straße war schlecht, deshalb bat er um Nachtlager. Man wollte ihm anfangs auf keinen Fall das Nachtlager gewähren. Schließlich aber ermahnte man ihn, sich gleich schlafen zu legen, die Augen zu schließen und die Decke über den Kopf zu ziehen.

Als Māziņš. sich hingelegt hatte, hörte er, dass der Tisch gedeckt wurde. Danach hörte er, wie ein Lied gesungen wurde:

"Hochspringerin, Tiefspringerin,

Setz dich auf den Schilfrohrstuhl:

Du hast uns Rinder und Schafe,

Du hast uns Ziegen und Pferde gegeben."

Da konnte es Māziņš nicht aushalten: er guckte ein wenig unter der Decke hervor. Was mochte nur dort vor sich gehen? Aber er sah nur eine Kröte, die das Maul auf— und zuklappte.

Auf einem anderen Bauernhof lebte ein schlauer Knecht. Während der Speisung der Seelen mussten die Hausbewohner draußen auf dem Hof bleiben. Er eilte ans Fenster und Hof den Ziegenbock auf den Tisch. Der Ziegenbock machte sich über das Brot her und stieß dabei die Schüsseln von dem Tisch hinunter. Die Bauernfamilie (Vater, Mutter und Kinder) bemerkten aus der Entfernung, dass sich ein Graubärtiger an den Tisch zu schaffen machte. Sie flüsterten einander zu: "Der macht sich aber über das Essen her! Nur scheint er verärgert zu sein, weil er die Schüsseln vom Tisch stößt."

"Hochspringerin, Tiefspringerin,

Setz dich auf das Schilfrohrstühlchen;

Dir gehören die Kühe und Stiere,

Dir gehören die Fuchsfohlen."

Dieses Lied wurde am Ende der Manenzeit gesungen (am 28. Tag des Manenmonats). Als die "vecīši " (die Alten) vom Hof verjagt wurden, setzte man eine Kröte (die Hoch— und Tiefspringerin) auf den Tisch oder auf den Stuhl und ehrte sie als Gottheit und Spenderin allen Reichtums. J. Priedīte.

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