Das Schwarze Buch

From Pasakas un teikas
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Comments: Über die Speisung der Seelen der Verstorbenen in dem veļu laiks (Manenzeit) oder den Dieva dienas (Gottes-Tagen) (im Monat Oktober) ist viel Aberglaube schriftlich festgehalten worden. Einiges davon hat Lerchis-Puskaitis in seine Märchensammlung aufgenommen (LP. VII, I, 277–307). Da es sich dabei aber nur um Aberglauben und nicht um Sagen handelt, habe ich sie hier nicht aufgenommen. P. Š.


In Skujene, nicht weit von dem Orķi-Hof entfernt, stand früher eine sehr hohe alte Tanne. Dort legten die Leute am Martinstag, am Allerseelen-Tag und an verschiedenen anderen Tagen Fleisch, Brot und Schnaps für die Geister hin. Manchmal wurden diese Gaben nicht angerührt. Dann waren die Menschen betrübt, weil sie glaubten, die Geister seien ihnen nicht wohlgesinnt. Manchmal wurde Fleisch und Brot von Hunden gefressen. An einem Martinsabend begab es sich jedoch, dass der große Andrejs vom Wirtshaus heimkehrte. Er war ziemlich betrunken. Als er zu der Tanne kam, aß und trank er alles, was dort für die Seelen hingestellt worden war. Als die Bäuerin am nächsten Tag die leeren Schüsseln abholte, freute sie sich sehr, dass die Seelen alle Gaben verzehrt hatten; jetzt konnte man deren Dankbarkeit erwarten.

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