Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Vor etwa 30 Jahren verstarb in Jelgava (Mitau) die Gräfin von Eleja. Bald nach der Beerdigung der Gräfin begab sich eine der Gutsmägde zum Ententeich, die Enten zu füttern. Maria, das sechs jährige Töchterlein der Wirtschafterin, begleitete sie. Am Teich wurde die Magd plötzlich sehr schläfrig und wollte gar zu gern ein Nickerchen machen, aber sie fürchtete, Maria könnte in den tiefen Teich fallen. Deshalb legte sie ihren Kopf in den Schoß des Kindes und bat es, ihre Flechten zu lösen. Maria tat es, und die Magd schlief fest ein. Da kam die verstorbene Gräfin auf das Kind zu, verneigte sich dreimal und verschwand sogleich wieder. Die Magd wachte auf. Zu Hause konnte Maria ganz genau erzählen, wie die Gräfin gekleidet gewesen sei. Ihre Beschreibung entsprach ganz genau der Kleidung, in der die Gräfin bestattet worden war, obwohl Maria die Tote nicht gesehen hatte und nicht wusste, wie sie gekleidet gewesen war. Zu ihren Lebzeiten hatte die Gräfin die kleine Maria sehr gern gehabt.

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