Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Auf dem Friedhof von Lubāna befindet sich ein kleines Gebäude; die Leute nennen es die Friedhofskapelle, aber in Wirklichkeit ist es gar keine Kapelle. Der frühere Großherr von Lubāna hatte eine sehr schöne Tochter, aber sie ist bald gestorben. Sie wurde auf dem Lubāna— Friedhof begraben, denn auf irgendeinem Grunde war es nicht möglich gewesen, sie zu der Familiengruft zu überführen. Die Leute erzählten, dass die Tochter nachts herumging und spukte. Der Großherr glaubte es und errichtete ein Gebäude auf ihrem Grab, damit sie nicht mehr herumgehen konnte. Danach verstummten die Gerüchte. Es wird auch erzählt, dass die Tochter des Großherrn dort gar nicht begraben sei; das kleine Gebäude aber habe der Pfarrer aus einem den Leuten unbekannten Grunde errichten lassen. An Tagen des Friedhofsfestes (kapu svētki) pflegte der Pfarrer das kleine Gebäude zu betreten und sich dort längere Zeit aufzuhalten, während die Gemeinde stillschweigend auf ihn wartete. Viele wollten in Erfahrung bringen, was der Pfarrer in der Kapelle tat, aber es ist ihnen nicht gelungen.

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