Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Im Gutshof von Blome soll sich im Schlosspark ein tiefer Teich befinden. Aus ihm sollen um Mitternacht schöne Kutschen eine hinter der andern herausgefahren kommen. Leuchter glänzten an den Kutschen, der Kutscher sitze auf dem Bock, und im Geschirr seien vier prächtige Pferde . Die Kutschen hielten, so wird erzählt, an der Schlosstüre, und vornehme Herren und Damen stiegen aus, stiegen die Treppe empor und träten in das Kontor. Bald beginne der Tanz. Da ginge es hoch her. Dann klapperten die Türen und die seidenen Kleider knisterten. Die Tänzer hielten sich in den Räumen auf, wo es keine lebenden Menschen gebe. Sie kämen auch an die Türen, hinter denen jemand schlafe, aber hinein kämen sie nicht, sondern entfernten sich. Auch die Außentüren seien über Nacht sämtlich verschlossen, aber die Tänzer fänden doch Zutritt, trotz aller Schlösser. Die Tänzer belustigten sich etwa eine Stunde, dann kämen die Kutschen und führen in den Teich mit glänzenden Lichtern. Wenn gegen Morgen der Hahn zum ersten Mal krähe, dann sei im Schlosse alles still und friedlich. Auch die Türen seien ebenso zugeschlossen, wie sie es am Abend gewesen waren. Das komme daher, dass das Schloss an einer Stelle erbaut sei, wo früher ein Kirchhof lag.

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