Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Zur Zeit der Leibeigenschaft schickte der Gutsherr von Vīškalsti mit seinem Knecht einen Brief an den Gutsherrn von Bikova. Damals breitete sich zwischen Vīškolsti und Bikova ein großer, dichter Wald aus, viel dichter als heute. Als nun der Knecht durch den Wald ging, begegnete ihm ein Mann, der ihn ansprach. Während der Mann noch redete, fiel er plötzlich zu Boden und war tot. Der Knecht hatte etwas Angst, mit dem Toten allein im Walde zu sein, dennoch ließ er ihn nicht unbeerdigt. Er begrub den Mann und setzte seinen Weg fort, bis er das Gut von Bikova erreichte. Da sieht er: auf dem Gutshof sind viele Leute versammelt. Er denkt: was mag dort nur geschehen sein? Der Sohn des Gutsbesitzers war gestorben. Der Knecht geht an das Grab und sieht: im Grabe liegt derselbe Mann, den er in der Nacht im Walde begraben hatte. Da wunderte er sich und dachte: "Wie mag das nur gekommen sein, dass der im Walde begrabene Mann in das Grab des Sohnes des Gutsherrn gelangt ist?" Er kehrte in den Wald zurück und öffnete Grube. Da sieht er: in der Grube liegt der Sohn des Herrn. Da sieht man, wie Gott sogar die Toten vertauschen kann: er legt den einen in das Grab des anderen. Bei Gott ist alles möglich!

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