Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Comments: H. Skujiņa aus Cirgaļi schreibt, dass der Großherr von Grundzāle nach seinem Tode noch oft zu Pferd gesehen worden sei. J. A. Jansons hat in verschiedenen Gegenden mehrere Sagen aufgeschrieben, nach denen ein Wanderer Toten begegnet war, die ihm entgegenkamen, dass ein Mädchen ihren im Kriege gefallenen Bräutigam gesehen hat, dass ein verstorbener Jude wieder aus seinem Sarge aufgestanden sei, und dass ein toter Freund noch mit seinem Kameraden gesprochen hat. K. Corbiks aus Jaunsaule schreibt, dass ein Verstorbener einen Bauern aufgefordert habe, mit ihm zu ringen. G. Pols aus Skaistkalne hat eine Sage zugesandt bekommen, in der ein Gespenst, das sich aus dem Friedhof auf die Straße begeben hatte, einem Vorbeigehenden unten amPelz ein großes Stück abgerissen hatte. Die Schülerin E. Liepiņa aus Strenči schreibt, dass eine Frau gesehen habe, wie der verstorbene Baron von Ēvele aus der Friedhofskapelle gekommen sei. L. Aizpurve hat A. Aizsils eine Sage aus Lubāna zugesandt, in der ein Reiter hört, wie ihm ein anderer Reiter folgt und dann wieder verschwindet. A. Ritenis aus Nīca hat eine Sage aufgeschrieben, in der ein Reiter nachts auf dem Friedhof einen weiß gekleideten Mann gesehen hat. A. Garjānis in Domopole hat eine Sage aufgeschrieben, in der aus dem Friedhof eine Frau kommt, die einer anderen Frau, die dort vorbeigeht, nachjagt. Als sie sie doch nicht einholen konnte, rief sie aus: "Mein Pech, dein Glück!" H. Skujiņa hat noch drei andere Sagen zugesandt; in der einen wird erzählt, dass der harte Gutsherr von Palsmane noch nach seinem Tode herumgegangen sei; in der anderen heißt es, dass ein Gärtner einen anderen verstorbenen Gutsherrn nach dessen Tode gesehen habe und in der dritten wird erzählt, dass der verstorbene Gutsherr von Aumeisteri wiederholt vom Friedhof nach seinem Gutshof gegangen sei. Ich selbst habe zwei Sagen von der P. Zeltiņa in Rīga aufgeschrieben: in der Einen wird gesagt, dass der Friedhofswärter in der Friedhofskapelle einen schwarzen Herrn gesehen hat, in der Anderen ist davon die Rede, dass ein junges Mädchen ihre kürzlich verstorbene Freundin am Fenster gesehen hat. K. Bankers hat Lerchis-Puškaitis (VII, 1, 97, 12) eine Sage zugeschickt, lt. der, der Buschwächter von Dundaga den verstorbenen Großherrn und dessen Freund, die ihm entgegenfuhren und dann plötzlich verschwanden, gesehen haben soll. J. A. Jansons hat aus Nogale zwei Sagen zugeschickt bekommen: in der Einen ist ein erschossener Soldat gesehen worden, wie er auf einem Stein mit dem Gewehr in der Hand gesessen haben soll; in der Anderen heißt es, dass Pfarrer Grīns, der 1905 erschossen worden war, gesehen worden sei, wie er, weiß gekleidet und mit einem Kreuz auf dem Rücken, gesessen haben soll. J. A. Jansons hat in Nogale zwei Sagen aufgeschrieben: in der Einen gehen die Toten zum Fluss, um sich dort zu baden, in der Anderen besucht der Diener seinen verstorbenen Herrn. Der Herr erhebt sich aus dem Sarg. Als der Diener ihm jedoch die große Bibel anbietet, bricht er zusammen und wird zu einem echten Toten. J. Luters aus Otaņķi hat für K. Lielozols eine Sage aufgeschrieben, in der die Meierin des Gutshofes, die erschlagen worden war, sich nachts noch auf dem Gutshof gezeigt habe. Der Schüler A. Ritenis hat demselben Lielozols eine Sage aus Nīca übergeben, in der ein Knecht, der sich erschossen hatte, sich der Bäuerin gezeigt habe, bis an der Stelle, wo er gestanden hatte, nur noch Rauch aufstieg. A. Garjānis in Domopole hat eine Sage aufgeschrieben, lt.der auf einem Grab auf dem Friedhof sich Flammen gezeigt haben sollen. Ein mutiger Mann hat sich dem Grab genähert. Da hat der Tote ihn gebeten, ihm die Hostie aus dem Mund zu nehmen. Der Mutige hat es getan, und seit der Zeit sollen die Flammen sich nicht mehr gezeigt haben. P.Š.


Es wird erzählt, dass dort, wo heute die Cepurīši -Schule steht, die Heeresstraße entlanggeführt habe; noch jetzt, gar nicht vor langer Zeit, hat es in der Schule gespukt. Nur durch kluges Handeln war es möglich, die Gespenster zu vertreiben. Unter alle vier Ecken der Schule wurden Bibeln vergraben.

Durch die Schule rollten Knäuel; abends sahen die Schüler schimmernde Totenschädel an der Grundmauer der Schule. Der Lehrer selbst hatte wohl sein Bett gerade auf die ehemalige (Heeres-) Straße gestellt, denn jede Nacht erschienen Gespenster, die ihn aufforderten, das Bett aus dem Weg zu räumen.

Eines Abends waren zwei mutige Schüler wach geblieben. Schon vorher hatten sie alle Türen verriegelt: angefangen von der Speisekammertür bis zur Tür des Jungen-Schlafsaales. Das konnten sie mit Leichtigkeit ausführen, denn damals hatten die unter den Schülern ausgewählten Aufsichtsführer große Vollmachten.

Sie lagen in ihren Betten. Aber um Mitternacht kam von der Speisekammer durch alle Türen, die verschlossen waren, gewaltiger Lärm herein. Ein Gespenst betrat den Schlafsaal und näherte sich den mutigen Schülern. Dann kroch es unter ihr Bett. Unter dem Bett begann er die Schlafsäcke zu rütteln. Aber die Jungen hatten zu ihrem Schutz Kreuze aus Ebereschenholz ins Bett mitgenommen. Sie zogen sich die Bettdecken über den Kopf und warteten, was nun weiter geschehen würde. Ähnliche Dinge geschahen oft, aber es war den Schülern verboten, darüber zu sprechen.

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