Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In Letgallen, nicht weit von Krustpils, befindet: sich ein Friedhof. Außerhalb der steinernen Friedhofsmauer liegt ein großer Stein. Über diesen Stein hat sich in jener Gegend eine Sage erhalten. Kurz vor der Aufhebung der Leibeigenschaft lebte auf dem Gutshof von Krustpils der Vogt namens Ļūļaks, der ein sehr harter und unbarmherziger Mann war. Da sich unter dem Volk aber bereits eine Bewegung gegen die Leibeigenschaft und gegen Gutsvögte bemerkbar machte, gab es schon mutige, unerschrockene Männer, die Ļūļaks den Tod androhten. Als Ļūļaks das hörte und als er von seiner Herrschaft erfuhr, dass das Ende der Sklavenzeit und somit auch das Ende seiner Macht abzusehen war, erhängte er sich aus Angst in der großen Korndarre des Gutshofes. Die Seele des Ļūļaks war so böse, dass nicht einmal der Teufel selbst es wagen wollte, sie in der Hölle aufzunehmen, und in der Himmel hatte er natürlich erst recht keinen Platz. Deshalb musste die Seele von Ļūļaks umherirren und besonders die Stellen aufsuchen, an denen er seine bösen Taten ausgeübt hatte. So z. B abends, als die Hirten ihre Herden Heimtrieben, saß Ļūļaks mit der Peitsche in der Hand auf dem Bretterzaun. Als die Hirten ihn erblickten, rannten sie davon, indem sie aus vollem Halse schrien: "Oh weh, oh weh, der alte Vogt! Oh weh, oh weh, der alte Vogt!" Da die Seele des L. die Leute nicht in Ruhe ließ, beschloss man, seinen Leib auszugraben und ihn außerhalb der Friedhofsmauer zu bestatten. Man wälzte sieben Steine auf sein Grab davon einen sehr großen, damit er sich nicht mehr aus dem Grabe erheben könnte. Seit der Zeit hat kein Mensch L. mehr gesehen, aber der große Stein liegt noch heute neben der Friedhofsmauer

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox