Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Zu Lebzeiten meines Großvaters hatte sich ein Pferdedieb namens Vilks an einer Kiefer aufgehängt. Als er noch lebte, hatte er die Leute nicht in Ruhe gelassen, nun spukt er auch noch nach seinem Tode herum. Einmal hat mein Großvater in der Nähe der Spukkiefer Pferde gehütet. Es war ihm zwar etwas sonderbar zumute, aber sollte er denn deshalb die Pferde dort nicht hüten, zumal dort das Gras sehr üppig und saftig gewachsen war? Schließlich war er beim Hüten eingeschlafen. Er wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, als ihn plötzlich jemand weckte. Als Großvater die Augen öffnete, erblickte er einen furchtbar aussehenden Mann: seine Augen waren rot, seine Zunge hing ihm aus dem Munde und um den Hals hatte er eine Schlinge. Der Spuk fragte Großvater, was er sich denn eigentlich denke, dort zu schlafen, der Platz gehöre ihm. Da rückte Großvater ein wenig weiter und schlief wieder ein. Aber bald war das Gespenst wieder zur Stelle und herrschte Großvater an, er solle sich ihm aus dem Weg machen. Großvater rückte wieder ein wenig weiter und ließ sich nicht stören. Kurz darauf war das Gespenst wieder zur Stelle. Diesmal bekreuzigte sich Großvater. Der Hahn krähte, und das Gespenst verschwand so plötzlich, als wäre es ins Wasser gefallen.

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