Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: Die Schülerin E. Poriete aus Lubāna hat für A Aizsils zwei Sagen aufgeschrieben: in der Einen wird von einem Mann gesprochen, der sich an einer Kiefer aufgehängt hatte und den man nachts noch hängen sehen kann; die Andere spricht von einem Türrahmen, der aus dem Holz einer Kiefer gemacht war, an der sich einst ein Mensch aufgehängt hatte; in mondhellen Nächten ist an der Tür noch Blut zu sehen. L. Aizpurve hat eine Sage aufgeschrieben, nach der auf einem Bauernhof, auf dem sich ein Mann erhängt hatte, um "Mitternacht jemand polterte, was sich nach Holzhacken anhörte". A. Mednis hat der Volkskundlichen Sammelstelle von Limbaži eine Sage zugesandt, in dem von "einer Braut, die sich erhängt hatte", erzählt wird. Später hat man sie in weißer Kleidung herumgehen sehen. H. Skujiņa hat eine Sage aufgeschrieben, in der von einem "Kriegsherrn im blauen Mantel mit einem viereckigen Hut auf dem Kopf" erzählt wird, der sich vor langer Zeit in Blome erhängt hatte. M. P. Lodziņš (VII, U, 63, 6) hat aus Jaunsēlpils A. Lerchis-Puškaitis eine Sage zugesandt, nach der die Seele eines alten Mannes, der sich an einer Eiche aufgehängt hatte, herumging und die Leute erschreckte. Die Schülerin Ciemīte hat dem Lehrer T. Dzintarkalns eine Sage übergeben, in der von zwei jungen Mädchen erzählt wird, die ins Wasser gegangen waren und die man später nachts am Fluss entlanggehen gesehen hat. P. Š.


Das Stallmeisterhaus in Launkalne sei nicht ganz geheuer: dort scheine es zu spuken. Zur Nachtzeit höre man Schritte auf dem Hausboden: jemand gehe dort herum und ängstige die Leute.

Einmal ist es zur Dingzeit (Januar und Februar) geschehen. Der Stallmeister war am Abend ins Wirtshaus gegangen, um Leute zu dingen. Seine Frau und seine Tochter waren zu Hause geblieben. Die Tochter hatte einen Gast, einen jungen Burschen. Sie hatten lange miteinander geplaudert. Es war schon spät — fast Mitternacht — als sie Schritte auf dem Hausboden hörten.

Er kletterte die Leiter hinauf, die beim Auftreten knarrte. Auf dem Boden lag Heu und Klee. Jemand ging auf dem Hausboden schweren Schrittes auf und ab. Dann wurde es still. "Nun ist es wieder da," sagte die Frau des Stallmeisters. Der Bursche und das junge Mädchen warfen einander nur Blicke zu und schwiegen. Aber auf einmal begann im Zimmer etwas wie ein Wind zu blasen, obwohl alle Fenster und Türen zu waren. Dann legte sich das Wehen und alles war wieder ruhig und still. Der Bursche blieb noch eine ganze Weile, dann machte er sich auf den Heimweg. Die Frau des Stallmeisters zündete die Windlaterne an, um den Burschen hinauszubegleiten und dann nach den Pferden des Gutshofes zu sehen, denn der Stallmeister war noch nicht aus dem Wirtshaus zurück. Als sie in den Flur kamen, erhob sich plötzlich ein solcher Wind, als wäre die Außentür offen — aber sie war verschlossen. Das Licht in der Windlaterne erlosch. Als es dunkel wurde, hörte man jemand an der Wand kratzen und dann schnell auf den Hausboden laufen. Bald hörte man wieder drei schwere Schritte auf dem Hausboden. Dann kletterte der Jemand die Leiter, die an der Hauswand lehnte hinunter, und die Sprossen knackten dreimal. Als die Frau des Stallmeisters und der junge Bursche hinausgingen, war draußen alles ruhig. Es war eine mondhelle Nacht ohne den leisesten Windhauch. Der Spuk sei ein junges Mädchen, das sich vor vielen Jahren auf dem Boden erhängt hatte.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox