Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Comments: Von Nr. 36 bis Nr.38 ist die Rede von vorzeitig Verstorbenen. P.Š.


Einmal zur Zeit der Heumahd ertrank ein Bursche namens Jānis in der Gauja. Es ist ja bekannt, dass die Gauja zur Zeit der Frühjahrsfluten oft das Flussbett wechselt.

Der ertrunkene Bursche hat sich oft den Nachthütern gezeigt. Deshalb wollte auch niemand gern zur Nachthütung zu den Gauja Wiesen reiten. Als keine Nachthüter in der Nähe waren, begann Jānis nach ihnen zu rufen: "Kommt zur neuen Gauja, kommt zur neuen Gauja!" Die Rufe Jānis verstummten nur, wenn morgens der erste Hahnenschrei ertönte. Die Bewohner der umliegenden Höfe konnten keine Nachtruhe finden. Sie versuchten auf verschiedene Weise Abhilfe zu schaffen, aber nichts half. Jānis begann jede Mitternacht zu rufen.

Eines Tages kehrte auf einen der Höfe ein Bettler ein, der um milde Gaben bat. Der Bauer bewirtete den Bettler, erzählte ihm von dem Rufer und bat ihn um Rat. Der Bettler sagte ihm, was er zu tun habe: man meißelte aus einem Stein ein kleines Kreuz und warf es in die Gauja an der Stelle, wo Jānis ertrunken war. Seit der Zeit hat Jānis sich weder gezeigt, noch gerufen.

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