Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Comments: In den Sagen von Nr. 39. bis Nr.49. wird von umgebrachten Kindern gesprochen. P.Š.


Einmal heizte der Glöckner ziemlich spät am Abend die Kirche. Nachdem er den Ofen in der Sakristei eingeheizt hatte, wollte er noch die Kirche ausfegen. Als er die Kirche betrat, sah er, dass ein Hase auf dem Altar hockte. Da dachte er: "Wo kommt denn der Hase nur her?" Er rief ihn an und dachte, der Hase würde jetzt die Flucht ergreifen, aber nein. Da dachte er: "Nun, so mag er hocken bleiben!" Nachdem er die Kirche ausgefegt hat, kehrte er in die Sakristei zurück. Nach einer Weile kehrte er in den Chorraum zurück, um nachzusehen, ob der Hase noch immer da war. Nein, der Hase war nicht mehr da, jetzt saß ein Fuchs an seiner Stelle. Er versuchte ihn zu verscheuchen, aber der Fuchs rührte sich nicht von seinem Platz. Er bewegte ein wenig die Ohren und den Schwanz, das war alles. Der Glöckner kehrte in die Sakristei zurück, schürte nochmals das Feuer in dem Ofen und ging dann in den Kirchenraum, um zu sehen, was dort geschah. Jetzt war ein Bär da: er hob die Tatzen und schaute den Glöckner wild an. Jetzt bekam der Glöckner Angst. Er schloss die Kirchentür ab und eilte nach Hause. Am nächsten Morgen erzählte er dem Pfarrer alles, was er gesehen hatte. Der Pfarrer wollte es ihm nicht glauben.

Er beschließt, am nächsten Abend selbst in die Kirche zu gehen, dann wird man ja sehen, ob der Glöckner die Wahrheit erzählt hat. Ja, am nächsten Samstagabend geht der Pfarrer zusammen mit dem Glöckner in die Kirche. Ja, er sieht alles, was der Glöckner gesehen hat: zuerst den Hasen, dann den Fuchs und schließlich den Bären. Als sie den Bären gesehen hatten, sagte der Pfarrer: "Man müsste noch einmal nachsehen, dann wird man sehen, was noch weiter kommt!" Ja, nach einer Weile gehen beide nachsehen: jetzt sehen sie weder den Hasen, noch den Fuchs noch den Bären da: dafür steht ein Pfarrer auf der Kanzel und predigt. Nach der Predigt steigt er von der Kanzel herunter und schreitet zum Altar. Nun fragt der echte Pfarrer, was er in seiner Kirche tue und wie er es wagen könne, hier zu predigen. Da antwortete der andere:

"Deinetwegen allein muss ich kommen, und da wirst du noch schimpfen!"

"Wieso denn meinetwegen?"

"Was, du weißt es noch nicht? Nun, dann hole nur das hervor, was unter dem Altar liegt, dann wirst du nicht mehr schimpfen!"

Ja, am nächsten Morgen suchte er unter dem Altar nach und fand dort ein vergrabenes kleines Kind. (Der Pfarrer hatte etwas mit einem Mädchen gehabt, welches ein Kind geboren, es umgebracht und unter dem Altar vergraben hatte.)

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