Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Ein junges Mädchen brachte ihr Kind um und versteckte es unterm Mist im Schafstall. In der Nähe des Schafstalles stand dichtes Gebüsch und etwas weiter der Wald. Nach dem Töten des Kindes irrte jemand blökend zwischen den Wacholdersträuchern herum. Viele hatten es gehört und fürchteten sich, nachts durch das Gebüsch zu gehen. Es war zur Sommerzeit. Juris brachte die Pferde zur Wiese zur Nachthütung. Er machte ein Lagerfeuer an, setzte sich daneben, schmauchte seine Pfeife und hörte, dass jemand im Gebüsch blökte. Juris war ein mutiger alter Mann. Er blieb ruhig sitzen. Auf einmal sieht er: etwas wie ein Wolf oder wie ein Hund kommt blökend auf das Feuer zu. Da ergreift Juris einen brennenden Holzscheit und zieht damit dem Hund eins über, so dass er sich aufbäumt und gleich darauf verschwindet. Die Seelen der von jungen Mädchen getöteten Kinder müssen so lange auf der Erde herumirren, solange ihre Mütter leben. Dann tritt die Seele der Mutter an die Stelle der Kinderseele und erschreckt auf die gleiche Weise die Menschen.

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