Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Comments: Auch Jānis Zaļokalns hat eine Sage über die weinende Seele eines Verstorbenen aufgeschriebenen (VII, I, 444, 5). P.Š.


In Inčukalns — zwischen dem Bomīši-Hof und der Gauja befindet sich eine kleine Schlucht, die Soģu graviņa (Gerichtsschlucht). Hier hat man früher junge Mädchen, die einen unkeuschen Lebenswandel führten sowie solche, die ihr Kind umgebracht hatten, gerichtet. Früher wollte kein Mensch um die Mittagszeit oder in der Dunkelheit durch diese Schlucht gehen, denn dort spukte es.

Eines Tages ging ein Mann durch die Schlucht. Plötzlich erblickte er ein kleines Kind in einem kurzen Hemdchen, das den Seitenpfad entlanglief und rief: "Mütterchen, Mütterchen!" Es war um die Mittagszeit. Der Mann dachte: das Kindchen ist gewiss mit den Erwachsenen zum Beerensammeln gegangen und hat sich nun verirrt. Er wollte es einfangen und es nach Hause bringen. Aber das Kind lief weinend voran, bis es neben einen Strauch verschwand. Nun war nur noch die tröstende Stimme der Mutter zu hören. Der Mann sah sich um, aber er konnte weder die tröstende Mutter noch das weinende Kind erblicken.

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