Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Comments: Manen sind Seelen der Verstorbenen, die sich zu einem schwarzen Knäuel zusammengerollt, auf die Füße vorbeigehender Menschen wälzen. In einer dunklen Nacht ging ein Mann zur Korndarre. Während er ging, rollte immerzu ein schwarzes Knäuel über seine Füße und verschwand in die Korndarre. Der Mann war so erschrocken, dass er sofort erkrankte und nach wenigen Tagen verstarb. Šimiņš in Brukna. Ein Mann schläft neben einer alten, halbverfallenen Korndarre. In der Nacht weckt ihn jemand mit den Worten: "Schlafe nicht, in der Korndarre sind Manen!" Er schaut hin und sieht: dunkle Knäuel hüpfen wie Katzen und rollen bald zum Korndarrenfensterlein hinein, bald wieder heraus. K. Ritiķis in Dzukste. (LP. VII, I, 124, 2 u.3).


Ein Mann aus Piebalga fuhr an einem Sommertag am Krusta kalns (Kreuzberg) vorbei. Als er in die Nähe der Friedhofspforte kam, erblickte er auf der Straße ein schwarzes Garnknäuel. Er hob das Knäuel auf und fuhr weiter. Aber wie sonderbar! — Das Knäuel wurde immer größer und größer, bis es den ganzen Wagen einnahm, und der Mann selbst musste aussteigen. Er wollte das Knäuel aus dem Wagen stoßen, vermochte es jedoch nicht, da es sehr schwer war; das Pferd konnte es bald nicht mehr ziehen und blieb — etwa eine Viertel Werst vom Friedhof entfernt — stehen. Als das Pferd stehen geblieben war, verwandelte sich das Knäuel in einen schwarzen Vogel, der nach dem Friedhof zurückflog, indem er schrie: "Zu den Anderen! Zu den Anderen! Was soll ich allein." Der Mann aus Piebalga setzte froh seinen Weg nach Skujene fort.

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