Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Anlīze Stanga, eine Bewohnerin des Armenhauses von Nurmuiza, erzählt, wie der Grēka šķūnis (Sünden-Scheune) zu ihrem Namen gekommen sei. Die Sündenscheune steht auf dem Grund des heutigen Brīvnieki-Hofes zwischen Nurmuiža und dem Pfarrhof.

An einem heißen Tag war es der Knechtsfrau beim Roggenmähen schlecht geworden. Sie nahm ihre kleinen Kinder und begab sich mit ihnen in die Scheune, um sich dort hinzulegen. In der Scheune lag viel Heu. Nun begab es sich, dass der Schmied des Pfarrhofes an der Scheune vorbeigehen musste. Er war ein starker Raucher. Er zündete seine Pfeife an und ließ die Lunte an der Scheune auf die Erde fallen. Bald darauf stand die Scheune in hellen Flammen. Die Frau und die Kinder des Knechtes verbrannten. Der Mann klagte und schrie, bis er den Verstand verlor. Eines Abends hatte er sich im Gemäuer der ausgebrannten Scheune aufgehängt. Viele Jahre später wurde an derselben Stelle eine hölzerne Scheune errichtet. Sie steht noch heute. Aber solange auf dem Pfarrhof Schmiede lebten, sahen sie jede Nacht — ganz gleich ob es Winter oder Sommer war — dass die Scheune brannte. Von da ab begann man die Scheune Grēka šķūnis (Sünden-Scheune) zu nennen. Oft hören Leute, die am Abend oder zur Mittagszeit dort vorbeifahren, Kinder Klagen und Weinen.

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