Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Ewige Ruhe! Vor 50 Jahren ist mein Mann Jezups gestorben. Nach seinem Tode hörte ich jede Nacht Schritte auf dem Hausboden.

Am nächsten Morgen sah ich nach, fand jedoch niemanden. Auf dem Hof aber waren Abdrücke nackter Füße zu sehen. Acht Nächte verbrachte ich in unruhigem Schlaf. In der neunten Nacht waren alle anderen zum Dreschen gegangen, ich war ganz allein zu Hause. Da ich am Abend noch gemahlen hatte, war ich müde und legte mich schlafen. Mein Bett stand an der Wand, das Kopfende war am Fenster. Ich war noch nicht ganz eingeschlafen, da merkte ich, dass etwas (oder jemand) über mich hinweg an die Wand rollte. Angst ergriff mich, ich dachte; das geht hier gewiss nicht mit rechten Dingen zu. Zuerst konnte ich mich vor Angst gar nicht rühren. Als ich wieder etwas ruhiger geworden war, tastete ich um mich und ertastete ein grobes Hemd. Da sprang ich aus dem Bett, bekreuzigte mich, eilte in die Mahlkammer und mahlte bis zum Morgen.

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