Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Comments: In dieser und in den drei folgenden Sagen wird von dem weinenden Spuk gesprochen (von einem weinenden Knochen). Ähnliche Sagen, in denen die Manen bitten, dass man sie begräbt, findet man noch in der 9. Abteilung.P. Š.


In einem Wirtshaus — nicht weit von den Großen Kangari-Hügeln — weinte oft ein Kind. Mein Großvater mütterlicherseits war ein mutiger Mann. Nachdem er das Weinen gehört hatte, wollte er auf jeden Fall ergründen, wer dort weinte. Andere Männer hatten den Wirt schon gefragt, wer in seinem Krug weine. Der Wirt hatte darauf geantwortet: was nutzt das Suchen, was nutzt das Finden — es hat hier schon immer jemand geweint. Einmal taten sich mehrere mutige Sucher zusammen und fanden dann auch den Kieferknochen eines kleinen Kindes. Aus dem Knochen sickerten Tropfen, die wie Tränen aussahen, und das Weinen schien aus dem Inneren des Knochens zu kommen, man konnte es nicht recht begreifen.

Sie tauften den Weinenden, bekreuzigten ihn, bekleideten ihn und begruben ihn an der alten Stelle. Von da ab hörte der Weiner zu weinen auf. Wenn ein ungetauftes Kind umgebracht werde, könne es keine Ruhe finden.

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