Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Eine knappe halbe Werst vom Rimstavi-Gutshof entfernt befindet sich ein Wald, den man den Rimstavi-Wald nennt. Durch den Wald fließt der schnelle aber flache Džergzdauna-Bach. Über diesen Bach führt die Straße von Rimstava nach Galgauska. Früher soll es in diesem Walde gespukt haben. Einmal fuhr ein mutiger Mann zur Nachtzeit durch den Wald. Er hatte zwar davon gehört, dass es in dem Walde spuke, aber er machte sich nichts daraus und setzte seinen Weg ruhig fort. Als er jedoch an den Bach kam, blieb sein Pferd stehen und wollte nicht über die Brücke gehen. Sonderbar: unter der Brücke drang wie das Weinen eines Kindes hervor. Der Mann ging nachsehen, fand jedoch nichts. Als er jedoch zu seinem Wagen zurückkehren wollte, ließ sich von neuem das Weinen vernehmen. Jetzt begann er im Wasser zu suchen: er tastete auf dem Grund herum, schließlich fand er etwas Langes. Er zog es aus dem Wasser — es war das Schienbein eines Menschen. Er wickelte das Schienbein in ein Tuch und fuhr nach Hause. Zu Hause angekommen, brachte er das Schienbein in die Korndarre. Am nächsten Morgen erzählte sein Gesinde, dass in der Korndarre ein Kind geweint habe. Da fiel dem Bauer wieder das Schienbein ein. Jetzt war er überzeugt, dass es das Gespenst war, das so viele Menschen in dem Rimstavi-Wald erschreckt hatte. Er begab sich mit dem Schienbein zum Pfarrer. Der Pfarrer betrachtete es, dachte eine Weile nach und befahl dann, das Schienbein zu begraben. Von da ab hat es in Rimstavi-Wald nicht mehr gespukt.

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