Die Manen gehen herum

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte ein gutes Leben, aber da fand sich ein Neider, der ihn behexte. Er hieß ihn auf den Friedhof zu gehen, einen Leichnam auszugraben, dessen Eingeweide herauszunehmen und es gegen das Eingeweide eines Kalbes zu vertauschen. Das Eingeweide des Leichnams solle er nach Hause bringen und es unter dem Stall vergraben. Dann werde es ihm erst recht gut gehen. Der Bauer befolgte seinen Rat, aber es war zu seinem eigenen Unglück. Als man sich anschickte, am nächsten Morgen in den Wald zu fahren, und der Knecht den Lastschlitten, der an der Stallwand lehnte, auf die Kufen stellen wollte, lief er mit erhobenen Deichselstangen von allein davon. Das Brot, welches an dem Tag gebacken wurde, hatte sich im Backofen in Pferdemist verwandelt. Die Kühe im Stall waren bis zur Stalldecke hinaufgezogen. Da wandte sich der Bauer an den Pfarrer, der sein Haus weihen sollte. Kaum hatte der Pfarrer das Haus betreten, da flog auch schon ein Dolch, der in der Wand gestochen war scharf an seinem Gesicht vorbei. Als der Pfarrer das sah, sagte er zu dem Bauer, er müsse sich wohl gegen Gott versündigt haben. Da gestand der Bauer, was er getan hatte, und brachte das Eingeweide des Toten wieder zum Friedhof zurück. Von seinem Unglück konnte er sich jedoch erst wieder befreien, nachdem er auch die ihm vom Gericht auferlegte Strafe verbüßt hatte.

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