Die Manen verlangen, begraben zu werden

From Pasakas un teikas
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In einer Kirche wurden immer Schreie (oder Weinen) gehört. Ein Mutiger Bursche nahm sich vor, der Sache auf den Grund zu gehen. Er nahm ein Tischchen und einen Stuhl in die Kirche mit, setzte sich hin und las in der Bibel. Um die Manenzeit (um die Gespensterstunde) öffnete sich die Kirchentür, und ein Bär kam hereinspaziert. Er ging bis zu dem Lesenden, schaute sich um und ging wieder hinaus. Aber kurz darauf kamen viele Manen herein getanzt. Sie tanzten und drehten sich, dass es nur wo wirbelte. Nachdem sie sich ausgetobt hatten, riss einer der Manen ein Brett aus dem Fußboden der Kirche. Dann holte er einen Leichnam hervor und begann ihn unbarmherzig zu schlagen. Der Geschlagene schrie: "Oh weh, mein bitterschweres Leben, wie werde ich es nur aushalten können, wie werde ich es nur aushalten können!" Dann zogen die Manen dem Geschlagenen die Haut ab und begannen wieder zu tanzen. Während sie noch tanzten, riss der Bursche geschwind die abgezogene Haut an sich und gab sie nicht mehr her. Wohl baten die Manen und flehten ihn an, er möchte die Haut zurückgeben, aber er ließ sich nicht erweichen. Schließlich wurde es hell, und die Mahnen ergriffen die Flucht. Am nächsten Tag gingen die Menschen in die Kirche, nach der Haut zu suchen, aber sie fanden nur ein Stück Birkenrinde. Nun rissen sie den Fußboden an der Stelle auf, an der der Mane in der Nacht den Leichnam herausgeholt hatte. Sie fanden Menschengebeine. Der Pfarrer weihte die Gebeine und begrub sie. Seit der Zeit hörte man in der Kirche kein Schreien mehr.

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